Briefe an die Leser | Februar 2007


[19.02.2007]

Unbekannter

Gymnasiast aus

Eschenburg!

Da stellen wir, nur so aus Daffke, einen Vordruck für Amokläufer zum Herunterladen ins Netz, und zwar, damit auch des Deutschen nicht ganz mächtige junge Menschen ihren Blutrausch mit den richtigen Worten ankündigen können, einen zum Ankreuzen:

– und was tust Du? Du lädst unser Amokformular, nur so aus Daffke, herunter, füllst es aus und hängst es an das Schwarze Brett Deiner Schule. Und weil Du es auch noch mit Deinem richtigen Namen unterzeichnest und die Polizei, die der Direktor Deines Gymnasiums umgehend einschaltet, Dich daher ohne weiteres dingfest machen kann, stehst Du jetzt einigermaßen dumm da und Deine Geschichte im Herborner Tageblatt: »Der schlechte Scherz wird für den 18jährigen ein Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der ›Störung des öffentlichen Friedens‹ gegen ihn ein. Sollten sich die Vorwürfe gegen ihn bestätigen, wird er möglicherweise für die Kosten des Polizeieinsatzes sowie aller übrigen Verfahrensschritte aufkommen müssen.«

Doch so leid es uns tut, Eschenburger Schüler, daß Dir nun womöglich ruinöse Rechnungen und ein Schulwechsel ins Haus stehen: An einem Gymnasium, dessen Lehrer offenbar nicht einmal zu einfachster Textsortenerkennung in der Lage sind, würden wir an Deiner Stelle sowieso nicht bleiben!

Doesn’t need no education:

Titanic

[16.02.2007]

Hallo, Integrationsbeauftragte!

Kennt Ihr den schon?: »Ey, was hast du fürn Wallpaper auf deim Laptop?« – »Isch hab Migrationshintergrund!«Korrekt, oder?

Deine Bildschirmschoner von der

Titanic

[13.02.2007]

Christiane zu Salm!

Wahrscheinlich lag es daran, daß das Christkind kurz vor der Tür stand, und so durften Sie sich trotz Ihrer glorreichen Vergangenheit als Geschäftsführerin von Neun Live bei der SZ richtig austoben und für die Damen und Herren Redakteure Visionärin spielen: »Das neue Fernsehen ist ein Social network des bewegten Bildes: Während des TV-Konsums blinkt beispielsweise ein Zeichen auf, wenn jemand gerade bei Ebay mein Angebot übertrifft. Oder am Rande des TV-Bildschirms läuft ein Chat über die Sendung.« Fabelhaft. Nicht nur, daß einem heutzutage jeder Filmabspann verhunzt wird, weil gleich wieder Werbung für die nächste Sendung gemacht wird, Sie sehen die TV-Zukunft auch noch in dämlichem Gequatsche am Bildschirmrand. »Es ist klar, wohin die Reise geht. Telefonkonzerne schicken schon heute weltweit 30, 60, 100 TV-Kanäle über das Internet in die Haushalte. Ich glaube nur, man muß sich inhaltlich mehr einfallen lassen, als einfach nur dasselbe Programm online zu stellen. Es wird eine Fernsehwüste geben – mit wenigen Oasen.« Und ein großer Regen wird kommen und wird fortspülen alle, die falsch Zeugnis ablegen wider den Gebührenzahler, also z.B. Sie, die Sie ja wie nix Gutes mitgeholzt und kahlgeschlagen haben im Garten des Herrn.

Drum, bitte sehr, jammern ausgerechnet Sie nicht über Sand im Schuh. Raten Ihre Hellseher auf der

Titanic

[11.02.2007]

Und Du,

Industrieverband Heimtierbedarf,

willst uns also die Hundehaltung schmackhaft machen mit dem Argument, daß »ein Hund bei Liebeskummer hilft«, weil die Köter »eine Senkung des Blutdrucks und die Entspannung der Muskeln bewirken« sowie »gute Antennen für unsere Stimmungen« hätten. Sagt jedenfalls eine Simone Dustert, Ärztin aus Königswinter, die deshalb »selbst einen Bullmastiff zum Therapiehund ausgebildet hat«.

Wie, Industrieverband Heimtierbedarf, bitte? Einen Bullmastiff als Liebeskummertherapiehund? Eines dieser gesichtsgefalteten Kampfschweine, die in immerhin sechs Bundesländern als »gefährlich« gelistet sind? Da können wir uns ja lebhaft vorstellen, wie Frau Dustert ihren Liebeskummer therapiert, wenn sie so richtig in Stimmung ist und dies an die Antennen ihrer Beißmaschine aussendet: »Los, Wotan, faß! Faß den Wichser, los, faß, faß!« Solange bis Blutdruck und Muskelspannung auf das gewünschte Maß gesunken sind.

Brav. Und aus!

Titanic

[09.02.2007]

Und sag halt mal, New York!

Da fällt jemand auf eins Deiner U-Bahn-Gleise, und jemand anders sieht, daß ein Zug dabei ist, in eben dieses Gleis einzufahren, springt dem Verunglückten ohne zu zögern hinterher und rettet ihn vor dem Überfahrenwerden. Und diesem wahrhaft heldenhaften Mann verleihst Du nun für seine Tat eine Medaille: und zwar eine Bronzemedaille.

Verrat uns doch, New York, bitte mal, was man tun muß, um von Dir mit Silber oder gar Gold ausgezeichnet zu werden: Muß man auf Bürohäuser gesteuerte Flugzeuge in Riesenaffenmanier mit seinen eigenen Händen vom Himmel wischen? Oder in Harlem eine weiße Sitcom drehen? Oder ist das wieder so ein protestantischer Blödsinn, auf daß der 50jährige Held nicht zu sehr verwöhnt, sondern in seinem Streben nach weiterer Lebensrettungstätigkeit und somit weiteren, wertvolleren Medaillen gefördert werde?

Aus den vagabond shoes grüßt trotzdem

Titanic

[07.02.2007]

An sich,

André Heller,

ist es ja zu begrüßen, daß in dem Porträt, das der ORF zu Ehren von Karl Kraus ausstrahlte, auch eine kritische Stimme zu Wort kam. Allerdings hätte man dem Toten einen würdigeren Gegner gewünscht als ausgerechnet Sie Clown, Träumer und Eventartisten, der Sie Ihren Unmut über die ersten Zeilen der Fackel, in der es statt dem üblichen reißerischen »Was wir bringen« hieß: »Was wir umbringen«, in die Worte packten: »Und daß man dabei, mit dieser Haltung, notgedrungenerweise nach dem Energieprinzip – was man aussendet, erhält man zurück – auch sich umbringt, dafür war er einfach nicht klug genug.« Nein, Heller: Das »Energieprinzip« besagt lediglich, daß Energie weder vermehrt noch vermindert, sondern nur umgewandelt werden kann, also letztlich konstant bleibt. Was Sie sich da zusammenreimen, klingt eher nach Esoterikprinzip, im Sinne eines von nichts kommt nichts – und nach diesem Prinzip senden Sie ja schon seit Jahren!

Kluge Grüße:

Titanic

[05.02.2007]

Und nachdem,

Britney Spears,

Ihr Privatleben in letzter Zeit ein bisserl aus dem Ruder gelaufen war, flüchteten Sie sich standesgemäß in den Luxus einer 5,5 Millionen Euro teuren Villa in Beverly Hills. Uns stellt sich die Frage: Wie kann man nur so verschwenderisch sein? Sicher, die fünf Schlafzimmer kann man Ihnen schlecht vorwerfen; sechs Bäder – geschenkt. Auch ein eigener Pool stiftet bestimmt viel Lebensfreude – aber wozu um alles in der Welt brauchen Sie eine Bibliothek?

Heimelige Grüße:

Titanic

[03.02.2007]

Grass, Günter!

In Lübeck haben Sie, wie wir der Zeit entnahmen, in bewährt herrschaftlicher Manier Ihre gut zwanzig Übersetzer um sich geschart, um Ihr neues Buch zu bequatschen, das diese noch übersetzen müssen. Der Hinweis des italienischen Vertreters nun, Sie könnten, wie in der deutschen Ausgabe geschehen, nicht »mezzo fortuna« gereist sein, denn per Anhalter fahren heiße »con mezzi di fortuna«, wurde von Ihnen, bei Eintopf und Kaltgetränken, mit dem Hinweis niedergebügelt, der Lapsus solle auch in späteren Auflagen nicht berichtigt werden, weil sonst der »Rhythmus« hin sei. Na gut, wollen wir mal die »Zwiebel« aufschlagen, vielleicht stoßen wir womöglich auf evtl. südamerikanische Klänge – nein, nichts. Swing? Gleichfalls Fehlanzeige. Es groovt absolut nicht! Aaah, jetzt, da haben wir’s: links, zwo, drei, vier, links, zwo…

Taktvoll:

Titanic

[01.02.2007]

Orhan Pamuk!

In geschätzten zwölftausend Interviews, Essays und »Städtebildern« durften wir im letzten Jahr immer wieder den immer gleichen Schmonzens hören: von Ihrem ewig zwiespältigen Verhältnis zu Istanbul, von der Türkei »an der Schwelle zur Moderne« usw. usf. Das erste Mal mag’s ja noch halbwegs interessant gewesen sein; wenn aber die FAZ auf der Titelseite (!) ihrer Ausgabe vom 7.12. unter der Spitzenschlagzeile »Pamuk: Selbstportrait eines Dichters« die sensationelle Nachricht verkündet, Sie, Pamuk, bezeichneten sich »im Feuilleton dieser Zeitung als ›literaturabhängig‹: Er brauche die Literatur wie ein Kranker seine Medizin«, und weitere Top-Schlagzeilen wie »Pamuk: Er trinkt gern Kaffee« oder »Orhan Pamuk: ›Äpfel schmecken mir, ich brauche sie wie ein Hungriger ein Stück Brot‹« also schon im Anmarsch sind – dann wissen wir, warum wir Ihren »Schnee« von gestern nicht zu Ende gelesen haben.

Kritikabhängig:

Titanic

[30.01.2007]

Kurt Beck!

Sie haben dem Langzeitarbeitslosen Henrico F. bekanntlich versprochen, ihm einen Job zu verschaffen, wenn er sich waschen und rasieren würde, und wundern sich nun, warum der frisch gewaschene und rasierte Herr F. die acht Jobangebote, die Sie ihm unterbreiten ließen, ausgeschlagen hat. Wir wundern uns nicht: Als Ihr Redenschreiber wäre Herr F., der immerhin einen Hauptschulabschluß hat, eindeutig überqualifiziert. Nicht ausreichend qualifiziert dagegen wäre er als Ihr Leibwächter, da er in einem Kugelhagel nicht in der Lage wäre, Ihren Körper vollständig abzuschirmen. Der Job als Ihr persönlicher Masseur wäre eine unzumutbare Belastung und außerdem nicht mit der Menschenwürde vereinbar. Die Angebote, als Koch oder Vorkoster für Sie zu arbeiten, hätten wir wegen der hohen Arbeitsbelastung von über 80 Stunden pro Woche auch abgelehnt. Und die Jobs als Ihr Fitneßtrainer, Diät- und v.a. PR-Berater waren doch eh nicht ernst gemeint, oder?

Wie wäre es mal mit einem ernsthaften Job-Angebot für Herrn F.? Zum Beispiel als Vorsitzender der SPD? Da bräuchte er sich nicht mal zu rasieren!

Ihre stets mit allen Wassern gewaschene

Titanic

[28.01.2007]

»Nach vorne«,

liebe Angela Merkel,

wollen Sie Deutschland bringen, und diesen Plan verfolgen Sie mit jener naiven Akribie so unverkennbar ostdeutscher Prägung, daß nichts weiter bleibt, als vor Entzücken und Grauen im Angesicht des Gesamtwunders Ihrer, Merkel, Existenz andächtig zu verharren. So begründeten Sie die Notwendigkeit des milliardenschweren und in Fachkreisen massiv kritisierten Ausbaus der deutschen Häfen zu sog. Tiefseehäfen damit, Deutschland nehme auf der »Liste« der Nationen mit ebensolchen »nur den 4. Platz« ein; zahlengläubig, wie sich die Naturwissenschaftlerin, als die Sie das politische Feuilleton ja allzeit feiert, halt geben muß. Wenn Sie uns aber versprechen, sich nur stets weiter an die Listen zu halten, wagen wir, trotz Ihrer teuren Bücklinge in Richtung Kapital, weiter zu hoffen: Denn auch auf der Liste der Länder mit staatlich subventioniertem Schlammcatchen nimmt Deutschland einen bedrohlich niedrigen Platz ein, ebenso auf der Liste der Staaten mit lizensierter Tempelprostitution oder der Liste der Weltgegenden mit mindestens einer Gummihüpfburg pro Gemeinde. Hier sind wir meistens sogar Schlußlicht! Oder werfen Sie mal einen Blick auf die Liste der Industriestaaten, die Ihre Kanzlerin zum Teufel gejagt haben, da sieht es noch viel ärger aus.

Bringen Sie uns nach vorne!

Ihre

Titanic

[26.01.2007]

Hört mal,

Salmonellen!

Solange wir Euch kennen, macht Ihr nichts anderes als Durchfall und Typhus. Wollt Ihr nicht mal etwas anderes versuchen? Was ganz anderes machen? Und endlich tun, wozu Ihr schon dem Klang nach verpflichtet seid? Dann schult jetzt bitte endlich mal auf Inselgruppe um!

Sagt’s Euch nicht zweimal:

Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 12.09.:

    Der Bielefelder Fernsehsender Kanal 21 über die Archivierung des Dreck-Magazins im Bielefelder Stadtarchiv mit Hans Zippert, Fritz Tietz und Christan Y. Schmidt.

Titanic unterwegs
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
22.09.2019 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus »Karikaturen der Neuen Frankfurter Schule«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
24.09.2019 Hannover, Feinkost Lampe Katharina Greve