Briefe an die Leser | November 2006


[24.11.2006]

Albanisches

Ministerium für öffentliche Ordnung!

Du vermittelst schon bei der Einreise ein Gefühl von Geborgenheit. An der Grenze gibt’s ein Faltblatt von Dir, darin die Information: »1. Haben Sie Probleme oder Fragen, kontaktieren Sie die nächste Polizeistation oder sprechen Sie Polizisten auf der Straße an. 2. Haben Sie Probleme mit der Polizei, rufen Sie an unter (04) 271 735.« Was uns jetzt noch gefehlt hat: »Haben Sie Probleme unter der angegebenen Telefonnummer, dann sehen Sie zu, daß Sie Land gewinnen.«

Recht staatliche Grüße, auch an Deine potente Polente!

Titanic

[23.11.2006]

Du nun, »Trierischer Volksfreund«,

trugst dem durchaus seltenen Umstand, daß eine Frau ein Herren-Fußballspiel in der Kreisklasse geleitet hatte, mit den gutgemeinten Worten »Die Schiedsrichterin aus Zerf bot eine gute Leistung« angemessen Rechnung; und zwar unter dem Rubrum »Besondere Vorkommnisse«, also da, wo sonst nur Platzverweise und unglückliche Elfmeterschützen aufgeführt sind.

Und dafür bist und bleibst Du eine unserer Lieblingszeitungen!

»Deine« Leser auf der

Titanic

[22.11.2006]

Und wenn Du, geschätzter »Stern«,

schon bei uns klaust und anfänglich eines Artikels über Wellness in Österreich schreibst: »Ausgerechnet in einem winzigen, schnitzelförmigen Land« – dann mach’s bitte auch richtig. Und schreib »kotelettförmig«. Und wechsel mal Dein Schnitzellokal!

Rät:

Titanic

[21.11.2006]

Schneyder, Werner!

Keine Bange: Wir haben auf der Buchmesse nur so getan, als würden wir Sie nicht kennen, aber die ganzen anderen Leute, ganz ehrlich, die haben Sie tatsächlich nicht erkannt. Sie hatten also allen Grund, etwas angepißt zu gucken, als Sie auf der Buchmesse allem Augenschein nach keiner wahrgenommen hat. Trotzdem nicht böse sein: Beim nächsten Boxkampf können Sie dann wieder Autogramme geben.

Titanic

[20.11.2006]

Weil nämlich, Beck:

»Beck: Unterschicht wird zum Problem. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck sieht eine wachsende Unterschicht als drohendes Problem für Deutschland. In weiten Teilen der Bevölkerung lasse das Streben nach, sich um sozialen Aufstieg zu bemühen … ›Früher gab es in armen Familien, auch in meiner eigenen, das Streben der Eltern: Meine Kinder sollen es einmal besser haben! Es besteht die Gefahr, daß dieses Streben in Teilen der Gesellschaft verlorengeht.‹« Und sich also in Zukunft der kleine Mann nicht mehr nach fast ganz oben arbeitet, um von ebendort, weil halt auch bildungsmäßig der Durchblick fehlt, dem anderen kleinen Mann dessen unverschuldete Perspektivlosigkeit vorzuwerfen.

Sozialdemokratie, wat haste Dir verändert!

Wenn überhaupt.

Titanic

[19.11.2006]

Sie wiederum,

Kurt Beck,

antworteten in einem Interview mit der Zeit auf die Frage: »Herr Beck, wir haben gehört, Sie lesen Gedichte. Welche denn?« fast schon kapriziös: »Ich bin da nicht festgelegt. Ich lese moderne Gedichte, aber auch Brecht.« Und fanden folgerichtig: »Es macht … einen hohen Wert aus, wenn man bestimmte Bildungsstufen erreicht.« Genau. Wobei dieser vorbildlich formulierte Satz auf eben Ihre Bildungsstufe leider doch schließen läßt, haha!

Aus den schwarzen Wäldern grüßt

Titanic

[17.11.2006]

Ihnen, Udo Jürgens,

räumte Galore die Möglichkeit ein, sich mal so richtig auszusprechen, wobei Sie auch die Rolle der Geschlechter zu streifen nicht umhinkonnten: »Frauen bekommen Kinder, Männer sind Jäger und Sammler – das wird man nie ganz wegerziehen können.« Und als wohl eine Art Experte meinten Sie: »Dies ist nicht die Einstellung eines Machos, sondern eine Tatsache … Die Geschlechter sind genetisch anders programmiert … Da kann man noch so sehr versuchen, Typen wie Robbie Williams mit Knackarsch und Tätowierungen als ebenbürtiges Sexobjekt zu stilisieren. Gegen eine halbnackte Frau auf einer Kühlerhaube wird er nie etwas ausrichten können.« Auf die Gefahr hin, Ihr Weltbild zu zertrümmern, aber wissen Sie was? Fast immer waren Frauen die Sammler, etliche sollen sogar mit auf die Jagd gegangen sein. Davon bleibt die Tatsache, daß man es Frauen nicht wegerziehen kann, Kinder zu bekommen, die irgendwann so daherreden wie Sie, natürlich unberührt.

Grundsätzlich anders programmiert:

Titanic

[16.11.2006]

Außerdem,

Ralph Schulze,

c/o »Tagesspiegel«!

»Die große Zahl afrikanischer Einwanderer nach Spanien wird zunehmend zum politisch heißen Eisen. Umfragen zufolge sind mehr als zwei Drittel der spanischen Bevölkerung der Meinung, daß das Boot voll ist« – yeah. Umfragen in unserer Redaktion zufolge sind dagegen mehr als neun Zehntel der Kollegen der Meinung, daß der Konjunktiv auch da, wo man ihn nicht zwingend braucht, doch der Übersicht dient: denn daß das Boot in Tat und Wahrheit voll sei, meinten Sie doch gar nicht.

Oder am Ende doch?

Dann will nichts gesagt haben:

Titanic

[15.11.2006]

Udo Walz!

Als notorisch geschwätziger und deshalb vollauf boulevardkompatibler Prominentenfriseur sind Sie üblicherweise eine rechte Nervensäge, aber als Sie der in Sachen Schwulsein schwerinvestigativ bis notgeil nachfragenden Bild-Reporterinnen-Musch Alexandra Würzbach erklärten: »Der einzige Unterschied zwischen Ihnen und mir ist, daß ich mit einem Mann zusammenlebe« – das war für Ihre Verhältnisse richtig gut!

Eins rauf:

Titanic

[14.11.2006]

Claus Jacobi!

In Ihrer Bild-Kolumne haben Sie festgestellt: »Doppelt hält besser – wir werden immer dicker und immer dümmer.« Wenn wir einmal davon absehen, daß Sie hier von sich auf andere schließen, könnte die Diagnose hinhauen. Über Ihren Body-Mass-Index wissen wir zwar nichts, aber Ihren Geisteszustand haben Sie treffend beschrieben. An einer anderen Stelle derselben Kolumne präsentieren Sie das Ergebnis Ihrer Überlegungen zur Sicherheitspolitik: »Deutsche Soldaten in Afghanistan, deutsche Soldaten im Kongo, deutsche Soldaten im Nahen Osten – so weit haben wir es nicht einmal im Zweiten Weltkrieg gebracht.«

Man sieht, Sie sind auch Militärexperte. Dann kennen Sie wahrscheinlich den alten Rekrutenwitz: Was macht ein Hausschwein, wenn es in den Bauch getreten wird? »Uffz.« Und was macht ein Wildschwein, wenn es in den Bauch getreten wird? »Stuffz.« So weit, so gut. Was hingegen ein dicker Etappenhengst macht, wenn er sich als dummes Frontschwein aufspielen möchte, das, Claus Jacobi, werden Sie nie erraten.

Weggetreten!

Titanic

[13.11.2006]

»Spiegel online«!

Einem Text von Burkhard Spinnen über das westfälische Münster hast Du ein Foto der Stadt beigegeben und diesem wiederum diese Bildunterschrift: »Münster: Genug Konstanz, um sich neu zu erschaffen.« Du wirst, Spiegel online, verstehen, daß uns da jetzt der Ehrgeiz gepackt hat: »Bielefeld: Genug Kiel, um nicht abzusaufen.« Oder: »Braunschweig: Genug Halle, daß keiner naß wird«?

Danke!

Ausnahmsweise Deine

Titanic

[12.11.2006]

Weltgeist!

Kaum war uns David Schnarch (»Die Psychologie sexueller Leidenschaft«) begegnet, hast Du eins nachgelegt; oder eine, nämlich: »Goebbels, Julia: Aggressive Energie nutzen und fördern oder: An Aggressionen läßt sich reifen. Ein Leittext-Lern-Programm für bewußtes Erziehen, Leiten und Führen«, prima!

Deine Freunde des totalen Witzes auf der

Titanic

[11.11.2006]

Xavier Naidoo!

Manchmal kommt man in diesem Leben, so traurig das auch ist, an einem Ihrer Lieder nicht vorbei. Und gleich aus welchem Grund: Wenn man, so man schon in diesem Schlamassel steckt, doch mal hin- und sogleich Derartiges hört: »Sorry, Telekom, aber: das war nichts / trotz eures Hochsommers, man sah nichts / denn eure Satelliten wurden viel zu schwer / und fallen einer nach dem anderen ins Meer / wer tut euch das an? / der Herr selbst ist der gute Mann«, dann kommt man doch nicht umhin, sich solche zuhöchst zentralen Fragen der Kunstkritik zu stellen wie »Hä?« und »Wie bitte?«; bis uns schließlich wieder einfällt, daß ja niemand Geringerer als Sie diese Grütze schief dahergrunzen und der Text dann eben auch scheißegal ist. Aber hey: Davon können viele richtige Musiker nur träumen!

Shit, das war nichts, sagt Ihnen Ihre

Titanic

[10.11.2006]

Sie, Michael Katze,

sind nun Virologe und forschen in Seattle an der Spanischen Grippe herum. Sicherlich eine höchst unterhaltsame Tätigkeit: »Fünf Tage lang tobte der Kampf des Immunsystems in den Schleimhäuten der infizierten Mäuse, dann waren die meisten Tiere tot.« Die Kadaver haben Sie aber hoffentlich nicht auf unserer Türschwelle abgelegt nein?

Schnief, hust, röchel!

Titanic

[09.11.2006]

Ackermann, Josef!

In Ihrer frisch erschienenen Managerbiographie »Ackermanns Welt. Ein Tatsachenbericht« gestatten Sie mit Ihrem Co-Autor Leo Müller hochgradig wirklichkeitsnahe Einblicke ins Ackermannsche Privatleben, und wenn man den Wälzer nicht kaufen will, liegt im Zug das Intellektuellen-Magazin Park Avenue herum, in dem Müller Sie als hochnotbescheidene Existenz porträtieren darf: »Ein Porsche in der Garage, ein Steinway-Flügel im Wohnzimmer, ein gutes Glas Bordeaux im Restaurant, das ist sein Luxus.« Also Ihrer, Ackermanns: »Ich will keine Platinum- oder sonst welche Extrakarten. Da bleibe ich lieber bodenständig. Ich bin kein Mensch des Luxus.« Das ist fürwahr volksnah und bescheiden, wenn man weiß, was Verzicht ist: kein Rittergut in Pommern, kein Maybach mit Hubschrauberlandeplatz, ja nicht einmal ein eigener Flugzeugträger! Nur ein »Feriendomizil im Tessin, idyllisch im Centovalli gelegen« und Wohnungen in London und New York – also, da muß sich keiner Ihrer prekär angestellten Geldscheinbügler mit einsacht netto beschweren. Sondern kann im Gegenteil sicher sein: Hier liegt das ehrliche Porträt eines trotz seiner Karriere bescheiden und unkorrupt gebliebenen Mannes vor.

Darob sehr erleichtert:

Titanic

[08.11.2006]

Und wie, »Sanftreinigung Weiße Rose«, Kiel,

machst Du eigentlich Werbung: auf Flugblättern?

Freundlichst:

Titanic

[06.11.2006]

David Hasselhoff!

Nun sind wir es ja gewohnt, daß Sie von einer Negativschlagzeile zur nächsten torkeln, aber jetzt wollen Sie auch noch ein »Modelabel« mit dem hübschen Namen »Malibu Dave« gründen; und das nur, weil allmählich die »Phantasie« mit Ihnen durchgehe: »Überall wo ich hingehe, sind um die 400 Leute, die das ›Don’t Hassel The Hoff‹-Shirt tragen. Es gibt Leute, die sich wie ich anziehen. Das ist ein bißchen merkwürdig. Ich bin wie Elvis, nur lebendig. Andererseits, ganz unter uns, Elvis lebt. Er wohnt bei mir zu Hause.« Schon klar: Sie werden von Fans verfolgt, die alle Fan-T-Shirts tragen, Elvis hockt bei Ihnen in der Küche, und die Berliner Mauer fiel wegen Ihres Liedchens »I’ve Been Looking For Freedom«. Können Sie nicht einfach, wie es sich für einen anständigen Alkoholiker gehört, rosa Elefanten und weiße Mäuse sehen?

Keeps on hasselin’:

Titanic

[04.11.2006]

Zeigen Sie Sportsgeist, René Weller!

War es denn wirklich so schlimm, daß G. Jauch in seiner Ratesendung sagte, Sie seien »dauernd im Knast«? Und hat es nicht gereicht, in den Boulevard-Medien einer desinteressierten Öffentlichkeit zu verkünden, Sie säßen nicht »dauernd« im Knast, sondern seien nur einmal dort gewesen, und das auch nur für viereinhalb Jahre? Mußten Sie also den Herrn Jauch auch noch auf Schmerzensgeld und Verdienstausfall verklagen? Und ist Ihnen wirklich soviel Verdienst ausgefallen, nur weil potentielle Arbeitgeber dachten, Sie seien als Türsteher, Inkasso-Berater oder Rummelplatzboxer nicht mehr zu gebrauchen?

Ihre gern unter die Gürtellinie treffende

Titanic

[03.11.2006]

Weltethiker Küng!

In einer Rundfunksendung zum Thema Gott verwiesen Sie nicht nur atemlos und ca. siebzehnmal auf Ihr Buch »Existiert Gott?«, sondern äußerten auch: »Den Hirnforschern, für die das alles«, nämlich Gott, »kein Problem ist, möchte ich wünschen, daß ihnen nicht einmal etwas Schwerwiegendes zustößt, wo sie nicht mehr weiterwissen, wo sie sozusagen in der Tinte sitzen. Da fragt man sich dann schon: Ist jetzt alles aus?« Klarer hätten Sie nicht sagen können, welcher Art die zuvor etwas farblos präsentierten »vernünftigen Gründe« sind, die den Gottesglauben für Sie so unabweisbar machen: Der Mensch sitzt im Dreck und weiß keinen Ausweg. Daß nun aber dieser Umstand seit jeher viel mehr über die Erbärmlichkeit der Menschenexistenz aussagt, als daß er »vernünftige Gründe« für die Existenz Ihres Gottes lieferte, wiederholt Ihnen nötigenfalls auch monatlich:

Titanic

[01.11.2006]

Klaviervirtuose Lang Lang!

»Tausende wollen ein Kind von mir«, so »steckten« Sie’s der BamS – aber wissen Sie was: Kein Wunder!

Kurz kurz:

Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

  • 16.07.:

    Die "Welt" berichtet über Martin Sonneborn und seine Rede gegen Ursula von der Leyen.

  • 09.07.:

    Mark-Stefan Tietze untersucht in der Taz die schrägsten Auswüchse im Preiskrieg der Supermarktketten, z.B. die Zweizweiundzwanzig.

  • 01.01.:

    Dominik Bauer von "Hauck & Bauer" spricht mit "Spiegel online" über Satire und Karikatur.

  • 07.07.:

    Deutschlandfunk Kultur besucht die TITANIC-Redaktion.

Titanic unterwegs
02.08.2019 Göppingen, Schloss Filseck F. W. Bernstein: »Sinnverlust ist Lustgewinn«
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
27.08.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner mit A. Neft, B. Maak u.a.
28.08.2019 Berlin, Theater im Pfefferberg Max Goldt