Das endgültige Abtreibungsmagazin

Pflichtblatt für den Papst


 

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[November 2009]

Sie nun, Adrian Ramos,
Und was, Deutsches Atomforum,
Dresdner!
»Spiegel«!
Ein Problem, Christoph Schwennicke,
Max Fellmann!
Gärtner/Nagel!
Danke auch, »Kölner Stadt-Anzeiger«!
Vattenfall!
Peter Aumer!
Andrea Müller!
Als Bischof, Gebhard Fürst,
Hey, Mitsubishi!
Mahlzeit, Deutsche Bahn!
Andererseits, Kunze,
Und sind Sie sicher, Antje Wewer c/o »Süddeutsche«,
Und wie isses so, Heinz Rudolf Kunze,
Heda, »Men’s Health«!
Michael Graeter!
Noch mal, Heidenreich!
Was aber, Ursula von der Leyen,
Unbekannter »SZ«-Bildredakteur!
Steinmeier!
Ilja Trojanow (Literatur)!
Und aber, Sarrazin:
Thilo Sarrazin!
Bahn!
Lieber, sehr verehrter Netto Marken-Discount!
Und bei Dir, »Tabak Zeitung«,
Gut und besser, Seehofer (CSU),
Und auch Sie, Elke Heidenreich,
»Es ist«, Christian Kracht,
Merkel!
mvr.winniebaker!
Heda, Hape Kerkeling!
Richard Wagner!
Liebe »Apotheken-Umschau«!
Apropos, Herta Müller!
Und kaum, »Süddeutsche Zeitung«,
Sie nun, Hans-Helmut Kotz,



Sie nun, Adrian Ramos,

spielen bei Hertha BSC, sind neu in der Stadt und blicken mit einer gewissen Neugier auf den Winter: »Ich habe noch nie Schnee gesehen.« Das glauben wir Ihnen nicht; schließlich kommen Sie aus Kolumbien!
Naseweise Grüße:

Titanic


Und was, Deutsches Atomforum,

lesen wir da auf den von Dir verteilten Werbepostkarten? »Unsere Atomkraftwerke stehen voll im Saft!« Und das hätte angesichts des mählich absaufenden Kernmülls im Zwischenlager Asse wirklich nicht schöner sagen können:

Titanic


Dresdner!

Nach dem im Internet einsehbaren »Läuseatlas« eines Pharmaunternehmens liegt die sog. Läusegefahr in München bei mehr als 90 Prozent, in Hamburg immer noch über 70 Prozent, aber in Dresden: unter 50 Prozent. Wenn das mal nicht Euren bevorzugten Präventionsmethoden, nämlich allgemeine Kopfrasur und schnelles Durchgreifen bei Verdachtsfällen, ausgeführt mit stumpfen Gegenständen, zu verdanken ist!
Eure Volkskörperpfleger auf der

Titanic


»Spiegel«!

Deine journalistischen Sorgfaltsprinzipien in Ehren, aber so genau brauchst Du es bei Deinen Richtigstellungen nun auch wieder nicht zu nehmen: »Das obere Bild auf Seite 130 zeigt nicht die Produktion von Spulwurmeiern, sondern die Produktion von Eiern des Schweinepeitschenwurms.«
Is’ recht.
Deine Schweinepeitschen von

Titanic


Ein Problem, Christoph Schwennicke,

nämlich »Merkels Problem mit den Swingern«, meinten Sie im »Bundeswahl-Blog« auf Spiegel online ausgemacht zu haben, aber so ist es dann ja nicht gekommen.
Hätte Ihnen vorher schon klar sein können: Die Rudelbumser aus der Zone halten eben zusammen!
Willkommen im Club:

Titanic


Max Fellmann!

Herzlichen Dank dafür, daß Sie uns in der Süddeutschen Zeitung erklärt haben, was das Schöne an den neu digitalisierten Beatles-Songs sei: »Wie da in der Mitte plötzlich die Rhythmusgitarre den Faden verliert und nur so ein bißchen mitstolpert – bis sie dann im rettenden Refrain ankommt und wieder Gas gibt, das kann man hier und jetzt besser hören als je zuvor.«
Und dabei hatten wir ja überhaupt noch nie zuvor gehört, wie irgendetwas auf der Welt den Faden verliert, mitstolpert, ankommt und Gas gibt. Es ist unvorstellbar, daß sich dieser ominöse Vorgang auch nur halb so gut anhören könnte wie eine total verstimmte Rhythmusgitarre, und deshalb werden wir unsere Ohren wohl besser auf Durchzug stellen, wenn Sie als Musikkritiker abermals das Wort ergreifen sollten.
It’s all too much.

Titanic


Gärtner/Nagel!


Vor zehn Jahren kamt Ihr in die Redaktion, jugendliche Heißsporne, ausgestattet mit dem schnellsten Witz jenseits von Springfield, einer unkorrumpierbar kritisch-distanzierten Haltung gegenüber allem und allen, die von manch Unbedarftem als schlechte Laune bzw. Dauergenörgel mißverstanden wurde – und einer phänomenalen Begabung zur Unsichtbarkeit. Tagelang war nichts von Euch zu sehen, nur das dröhnende Gelächter aus Eurem Büro erinnerte an Eure Anwesenheit – und dann natürlich Artikel, Artikel sonder Zahl, die wie bestellt aus diesem Sanktum purzelten: fette Aufmacher, Holzhammernonsens, Coverentwürfe vom Sonderfeinsten. Den »Fotzen-Fritz« habt Ihr erfunden, Hunderte von Aktionen dokumentiert, Tausende von Fotoromanen verfaßt.
Und jetzt wollt Ihr weg? Wie? Was? Wie soll denn das jetzt gehen ohne Euch? Ohne Gärtner, den Stilrichter, die Letztinstanz in allen Zweifelsfällen? Müssen wir uns jetzt wirklich einen Duden anschaffen? Als jungbürgerlicher Schnösel mit Karohemd, Pullunder und zurückhaltenden Umgangsformen kamst Du, als protostalinistischer Krawall- und Betonkopf, Essayschreiber, Politlyriker und Lebemann mit Hang zu kiloweise Toffifee gehst Du – und nimmst Dein berühmtes letztes Wort, das stundenlange Quatschdiskussionen zu beenden vermochte, gleich mit.
Und wie geht’s weiter ohne Nagel? Der Du unsere Homepage im Alleingang aufgebaut, der Du Dutzende junger satiregeiler Autoren an Heft und Webseite gefesselt hast, Du, dessen legendären Einladungen zum langen Fernsehabend unbedingt Folge zu leisten war? Wer hält uns denn jetzt bei Zombiefilmen die Hand, zeigt uns die neuesten Britcoms, bevor sie überhaupt gedreht werden? Und welcher ehemalige Riesenschnitzelvertilger führt uns jetzt vor, wie man als Hardcore-Vegetarier anständig zu leben hat?
Was sagt Ihr? Ihr wollt jetzt draußen in der Welt Euren Ruf ruinieren und neue Projekte verbaseln? Dann sei es. Haut rein – aber vergeßt uns nicht! Bitte!
Eure

Titanic


Danke auch, »Kölner Stadt-Anzeiger«!

Zwar konnten wir Dir bzw. der Kölner Polizei nicht bei der Aufklärung dieses Tankstellenraubs behilflich sein, aber immerhin haben wir jetzt einen ganz neuen Blick auf unsere Körper.
Durch dick und dünn:

Titanic




Vattenfall!

Da ein Energie-Konzern auch menscheln muß, sponserst Du die 20. Berliner Märchentage; und wir freuen uns schon auf die Sage von der sicheren Atomkraft, die Geschichte vom harmlosen Krümmelmonster und die stets wieder gern gehörte Mär, daß sich die Braunkohle in der Region umweltverträglich abbauen läßt!
Ruckedigu:

Titanic


Peter Aumer!

Nachdem die Regensburger JU am Morgen des Wahlsonntags noch 3000 Frühstückssemmeln an Regensburger Haushalte verteilt hatte, haben es dann auch Sie – wie alle bayerischen CSU-Direktkandidaten – in den Bundestag geschafft. Doch anstatt devot zu gratulieren, fiel die lokale Mittelbayerische Zeitung, die seit 1949 noch jeden CSU-Kandidaten blind durchgewinkt hat, am Tag danach über Sie her: Als »der schwache Kandidat« und als »Fehlbesetzung« wurden Sie geschmäht, und das nur, weil Sie schon im Kreistag bislang immer schön brav den Mund gehalten haben, Sie im Wahlkampf »im Meinungswettstreit mit Konkurrenten regelmäßig ins Schwimmen« kamen und »bei Zukunftsthemen, etwa der Energiepolitik, passen« mußten. Doch da rannten die Nörgler bei Ihnen offene Türen ein: Weil Sie »auf gewissen Gebieten noch Nachholbedarf« hätten, müßten Sie »in der nächsten Zeit noch viel lernen«, erklärten Sie cool in Ihrem ersten Interview. Parteifreunde schlugen in die gleiche Kerbe: »Er ist ehrlich, er ist bescheiden. Und wenn er etwas nicht weiß, hat er den Mut, es zuzugeben«, meint der eine, der andere, Sie seien halt »ein wenig unbedarft, aber ein Mann mit Zukunft«.
Wir möchten uns erlauben, das »aber« durch ein »und deshalb« zu ersetzen: Sie, Peter Aumer, sind genau richtig in der CSU-Landesgruppe im deutschen Bundestag; als Inkarnation des Diktums, wonach die Bayern auch einen Besenstiel wählen würden, so er nur von der richtigen Partei aufgestellt ist, wünschen wir Ihnen viel Spaß beim lebenslangen Lernen. Und keine Bange: An welcher Stelle Sie den Arm zur Abstimmung heben müssen, das wird man Ihnen rechtzeitig sagen!
Der CSU-Fanclub auf der

Titanic


Andrea Müller!

Sie arbeiten als Sekretärin bei der Bild-Zeitung in Rostock und haben die Piratenpartei gewählt, weil »Freiheit und Privatsphäre immer noch höchstes Gut in unserer Gesellschaft sein sollten« – sollten Sie oder Ihre Chefs nach dem nächsten Flugzeugabsturz also Skrupel beim Facebook-Flöhen bekommen, weil Sie es tatsächlich pietätlos finden, in der Privatsphäre von Toten zu wühlen, dann sagen Sie ruhig noch einmal danke für Ihre Arbeitsstelle. Schließlich schätzt Bild die Privatsphäre fast genauso sehr wie die Freiheit.

Titanic


Als Bischof, Gebhard Fürst,

der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart meinten Sie, sich noch zum langsam zu Ende fließenden Darwin-Jahr äußern zu müssen, und warfen »bestimmten zeitgenössischen Autoren« einen »aggressiven Atheismus« vor, der Charles Darwin als Deckmantel nutze, um Gott als rein menschliches Konstrukt darzustellen. Ganz so zeitgenössisch, Gebhard, ist diese erstklassige Religionsanalyse, die in erster Linie auf Ludwig Feuerbach zurückgeht, aber dann gar nicht; aber der hat ja in Ihrer Bibliothek der totalitären Theologie wahrscheinlich gar keinen Platz. Der darf nicht mal ins Fegefeuer, der muß gleich richtig in der Hölle schmoren, was?
Ihre aggressiven Zeitgenossen von der

Titanic


Hey, Mitsubishi!

Wo Du grad in diesen Tagen Dein selbstgebautes Elektroauto in unseren Fußgängerzonen stolz zur Schau stellst, fragen wir uns, ob dieses umweltfreundliche »Mitsubishi Innovative Electric Vehicle« in unseren Breiten nicht doch irgendwie für schlechte Luft und schlimmes Klima sorgt.
Frag Dich das doch auch mal!

Titanic




Mahlzeit, Deutsche Bahn!

Rechtzeitig zur Mittagszeit hast Du uns einen Besuch in Deinem Speisewagen schmackhaft gemacht: »Unser Sternekoch erwartet Sie bereits!« Und was würde er Raffiniertes zaubern? Gebratene Wachteln? Coq au vin? Nein, viel feiner: »Auf der Speisekarte steht heute Linsensuppe mit Speck und Würsteln.« Nicht, daß uns das keinen Appetit gemacht hätte, aber sag mal, Deutsche Bahn: Mit welchen Stars im Alltagsbetrieb verbrätst Du denn als nächstes Dein und unser Geld? Mit Schiri-Legende Collina, der zur Abfahrt pfeift? Oder Michael Schumacher, der Dir den Lokführer macht?
Delikate Grüße:

Titanic


Andererseits, Kunze,

ist so was ja tatsächlich faszinierend: »Thorsten Schäfer-Gümbels Kinn ist längst geflohen, / ist auf der Flucht, / hat sich hauteinwärts ins Grübchen gestülpt, / und es wird auch gar nicht gesucht / und es wird auch gar nicht vermißt / und es ist somit ein sprechendes Zeichen / für den Zustand einer ehemals großen Volkspartei, / auf deren Grabstein bald stehen könnte: / ›Wem andre eine Grube graben, / damit sie was zu lachen haben, / dem möchte ich ganz herzlich raten: / Genosse, riech den bösen Braten / und gib den Grabern einen Tritt – / dann purzeln DIE. Dein Helmut Schmidt.‹«
Was Sie und das gesamtdeutsche linksliberale Deppentum nur immer mit dem von einem Hamburger Gewährsmann mal so treffend »Systemclown aus Barmbek« bzw. »ein deutsches Unglück« genannten Krampfraucher haben, wir werden’s nimmer verstehen. Jedenfalls, Kunze, alter Polit-Analysator: Schmidt war einer der Obergrabgräber.
Hätten Sie’s gedacht? Nicht? Zu doof?
Dachte sich schon:

Titanic


Und sind Sie sicher, Antje Wewer c/o »Süddeutsche«,

daß Denzel Washington im Interview mit Ihnen tatsächlich geraten hat: »Glaube, woran du willst, aber glaube an was. Und bedank dich ab und zu mal beim Lord, das hat noch keinem geschadet«? Beim Lord? Aber bei welchem bloß? Bei Lord Dahrendorf? Dem kleinen Lord? Lord extra? Oder gar Traci Lords? Und glauben Sie eigentlich, daß Sie eine gute Journalistin sind?
Glauben Sie doch, woran Sie wollen!
Heut’ mal ungnädig:

Titanic


Und wie isses so, Heinz Rudolf Kunze,

das neue Album? »Räuberzivil, das neue Album von Heinz Rudolf Kunze, ist so facettenreich wie der Künstler. Er berührt, fasziniert oder irritiert seine Zuhörer.«
Haben wir uns schon gedacht. Fall erledigt. Tschüß!

Titanic


Heda, »Men’s Health«!

In Dir gibt es zur Zeit ein Lexikon über Frauen, und wenn Du erlaubst, dann zitieren wir mal den Eintrag zum Thema Heterosexualität: »Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert, aber zumindest nach außen hin leben etwa 9 von 10 deutschen Frauen gleichgeschlechtlich.« Ziehst Du da nicht einen etwas voreiligen Schluß? Es müssen doch, nur weil neun von zehn Men’s Health-Lesern schwul sind, die Frauen es nicht auch gleich alle sein!
Zu etwa einem Zehntel erstaunt:

Titanic


Michael Graeter!


Als altgedienter Klatschkolumnist und Partylöwe haben Sie einem taz-Reporter kürzlich noch einmal Ihr unnachahmliches und unverblühtes Savoir-vivre vorgelebt, indem Sie während des Interviews in einem schicken Münchner Café einem Kellner auf die Frage, ob die Herren noch etwas wünschten, eine schlagfertige Antwort gaben: »Vielleicht eine Blondine«, sollen Sie gesagt haben, »für unter dem Tisch.«
Wenn wir auch nur einen Funken Ihres goldenen Humors besäßen, sehr verehrter Herr Graeter, würden wir in Warschau ein Wehrmachtsbordell eröffnen.
Ist das nicht lustig?

Titanic


Noch mal, Heidenreich!

Nachdem Ihre Literaturauslassungen beim Spätabendkulturgedöns im ZDF nicht mehr gefragt sind, schreiben Sie nun geübt verschnatterte Kolumnen für den Stern, die jedem Schülerzeitungsaspiranten zur Ehre gereichen würden: »Und Herta Müller hat den Literaturnobelpreis total verdient, aber wie Angela Merkel muß auch sie nun durchgestylt werden und dringend mal eine neue Frisur kriegen, damit die Neuseeländer nicht denken, daß man solche Frisuren in Deutschland trägt.« Nur gut, daß man Sie da unten nicht kennt, was? Aber so schlau und ironisch sind Sie schon lange: »Jaja, ausgerechnet ich muß das sagen, die überhaupt keine Frisur hat, jede Maskenbildnerin im deutschen Fernsehen fragte mich vierzig Jahre lang verzweifelt: Was machen wir denn mit den Haaren? Nichts, wir machen einfach nichts und lassen es struppig. Aber ganz ehrlich, besser nichts als dieser Schnitt.« Genau. Statt dessen plappert es unter diesem Nicht-Schnitt munter weiter heraus: »Am Haarschnitt darf man mäkeln, an der Literatur von Herta Müller nicht. Die ist grandios, und wir müssen uns Mühe geben, dem Feuilletonherren geistig zu folgen, der am Tag nach der Verleihung beleidigt schrieb, daß es wieder nicht ein wirklicher Literat wie Philip Roth geworden sei, sondern eben leider nur Herta Müller« usw. usf. –
aber apropos Frisur und Literatur und Literaturkritik und wovon Sie sonst noch nichts verstehen: Wie wär’s denn, wenn man Ihnen mal kräftig den Kopf wüsche?
Terminwunsch bitte an

Titanic


Was aber, Ursula von der Leyen,

stammelten Sie da auf die Frage nach Ihrer Meinung zur Piratenpartei ins Hamburger Abendblatt hinein? »Ich finde es toll, daß diese jungen Menschen sich politisch engagieren, sich einmischen und mitmachen. Das ist der Anfang dafür, daß man auf eine jugendlich-forsche Art über den richtigen Weg ringt.« Und wissen Sie, Uschi, was wir an Ihnen toll finden? Wie Sie als nicht mehr ganz junger Mensch immer wieder den Anfang dafür machen, daß man auf eine altbacken-tranige Art gerade neben den richtigen Weg ringen tut.
Wir haben verstanden!

Titanic


Unbekannter »SZ«-Bildredakteur!

Wenn Tobias Kniebe in seiner Besprechung der DVD-Box »Edgar Reitz – Das Frühwerk« zu dessen erstem Spielfilm »Mahlzeiten« anmerkt: »Die Anlehnung an die Nouvelle Vague ist zunächst überdeutlich … Er ist ein einziger Aufbruch in das Offene, ohne zugleich die Enge seiner Welt, auch das Miefige seines Deutschseins zu verleugnen«, wozu dampfst Du das dann ein für die Unterzeile des Filmfotos? »Wie man von der Nouvelle Vague träumen kann, ohne sein Deutschsein zu verraten« – also ganz im Gegensatz zu bspw. diesem gewissen Herrn Frahm, der zur Zeit des Films Bundesaußenminister war und im Kriege so schändlich gekniffen hat!
Ja, das waren noch Zeiten!

Titanic


Steinmeier!

Da hätten Sie doch schon früher darauf kommen können, daß das Wahlvolk die großflächigen Plakate mit Ihrem überlebensgroßen Bildnis drauf nicht gerade in Ihrem Sinne interpretiert, wenn nichts dabeisteht als ein entlarvendes »Unser Land kann mehr«.
Oder?
Weniger wäre mehr!

Titanic


Ilja Trojanow (Literatur)!

Zum Herta-Müller-Nobelpreis lobten Sie: »Ihr Vaterland ist eine Vergangenheit, der sie nicht entrinnen kann, die ihr eingeritzt ist wie eine Tätowierung, der sie in einer eigenmächtigen Sprache nachspüren muß.« Herta Müller also wohnt in der Vergangenheit, die ihr Vaterland ist. Dieses Vaterland ist ihr gleichzeitig eingeritzt, wie eine spezielle Ritz-Tätowierung nämlich, und dieser Tätowierung, die ihr Vaterland und ihre Vergangenheit ist, muß sie nachspüren, während die Vergangenheit, die zugleich Tätowierung und Vaterland ist, ihrerseits Herta Müller nachspürt. Und wenn sie das alles aber in einer Sprache macht, die so eigenmächtig ist wie, Trojanow, Ihre – dann lassen wir lieber die Finger davon. Wer weiß, was man sich da beim Lesen alles einritzt!
Eigenmächtig:

Titanic


Und aber, Sarrazin:

Wo Sie Deutschlands Problem-Population schon so fein säuberlich nach Himmelsrichtung und Ethnie sortiert haben, warum haben Sie dann kein Wort über gewisse junge Männer aus der reindeutschen Mittelschicht verloren, die zwar nicht im Nahverkehr randalieren, aber vor Erreichen der Volljährigkeit in der Öffentlichkeit zeigen, was sie im Schützenverein gelernt haben?
Wo Sie sich mit Schüssen doch so gut auskennen!

Titanic


Thilo Sarrazin!


Schon klar, daß Sie die Neuköllner »Araberfrau« beunruhigt, »die ihr sechstes Kind bekommt, weil sie durch Hartz IV damit Anspruch auf eine größere Wohnung hat« – welchen verantwortungsvollen deutschen Politiker würde solch ein Skandal ruhig schlafen lassen! Und doch, Sarrazin: Könnte es nicht sein, daß die skrupellose Araberin gegenüber einem Berliner SPD-Finanzsenator, der erst so lange NPD-Sprüche klopft, bis er in den Bundesbank-Vorstand abgeschoben wird und die staatlichen Transferleistungen für eine noch größere Villa reichen, und der auch dann den Kragen noch nicht voll und sein rassistisches Schandmaul immer noch nicht zukriegt, geradezu – abkackt?
Da mal drüber nachdenken!

Titanic


Bahn!

Weil Du irgendwie versäumt hattest, Achsen und Bremsen Deiner Berliner S-Bahn-Züge zu warten, wurden in den letzten fünf Monaten zeitweise drei Viertel Deiner Züge aus dem Verkehr gezogen. Immerhin, wütenden Beschwerde-Emails tratst Du mit angemessener Demut entgegen: »Ihre Verärgerung über unser eingeschränktes Leistungsangebot … können wir durchaus nachvollziehen und möchten uns in aller Form entschuldigen.« Nach dem üblichen Sermon aus geschönten Begründungen, Halbwahrheiten und Verweisen ins Internet heißt es am Ende der Mail noch einmal: »Für den momentanen Zustand und die in diesem Zusammenhang entstehenden Auswirkungen möchten wir uns nochmals aufrichtig entschuldigen.« So viel Unterwürfigkeit käme vielleicht sogar beim Adressaten an, wäre Dir da nicht dieser dumme, dumme Copy & Paste-Fehler in der Anrede unterlaufen: »Sehr geehrter Herr Mustermann«.
Deine Kommentatoren enstandener Auswirkungen auf der

Titanic


Lieber, sehr verehrter Netto Marken-Discount!

Da hast Du jetzt den guten alten Plus bei uns um die Ecke geschluckt und umbenannt, hast tausend neue Artikel in die Regale gedrückt, ständig verrückte Rabatt-Aktionen und neuerdings immer bis 22 Uhr offen. Was uns aber überhaupt nicht gefällt: daß Deine Leute jetzt handtellergroße Schilder an den Kitteln tragen müssen, auf denen »Ich bin freundlich!« steht. Daß die sich dafür unendlich schämen, sieht man schon auf den ersten Blick. Aber auch für uns Kunden ist das eine gräßliche Double-Bind-Situation – wenn die Kassenkraft nun ausgesprochen freundlich ist, denkt man: Das ist sie ja nur gezwungenermaßen, auf Anordnung von oben, also geheuchelt. Und wenn die Kassenkraft nicht ausgesprochen freundlich ist, weil sie z.B. daran denkt, daß sie jetzt noch bis zehn da am Band hocken, Waren über den Scanner wuchten und anschließend den Laden putzen muß, dann fällt die Inkongruenz erst recht unangenehm ins Auge.
Also, Netto Marken-Discount, tu uns und Deinen Leuten den Gefallen und schaff den Scheiß wieder ab. Es kostet Dich doch nichts als ein Lächeln – und Deine Angestellten haben dann vielleicht mal wieder aufrichtigen Grund dazu.
Freundlichst:

Titanic


Und bei Dir, »Tabak Zeitung«,

arbeitet in Tat und Wahrheit eine Andrea Huster?
Mit Durchschlag an den Weltgeist:

Titanic


Gut und besser, Seehofer (CSU),

auch Ihr Kommentar zur politischen Grundorientierung in Ihrer Suffschädel- und Verkehrsrowdy-Partei: »Aber Leitplanken braucht man, damit man weiß, in welche Richtung man fährt.« Jetzt verstehen wir auch endlich, wie der Kollege Beckstein immer mit zwei Maß nach Hause kommt!
Es macht schon mal die Fahrbahn frei:

Titanic


Und auch Sie, Elke Heidenreich,

waren und sind dem Littell wohlgesinnt: »Ich habe in meinem ganzen Leben – und ich lese wirklich viel – noch nie so etwas Wichtiges gelesen.« Das, Frau Heidenreich, glauben Sie selbstverständlich selbst nicht, aber es ist ja auch scheißegal, solange sich’s nur doof und reklamig und insgesamt absent genug anhört, gell.
Kleiner Tip: Wenn Sie mal was wirklich Wichtiges lesen wollen, lesen Sie doch

Titanic


»Es ist«, Christian Kracht,


»ganz einfach«, werben Sie für die Taschenbillardausgabe des SS-Schwulenpornos »Die Wohlgesinnten«: »Littell macht nicht unsere Nachbarn zum Täter, nicht den Bäcker am Ende der Straße, nicht unsere toten Großväter, sondern uns.« Aha. Und wieso? »Wir sind es, die mit der Pistole in der Hand in Babi Jar stehen.« So einfach ist es dann aber doch nicht. Erstens heißt die Kiewer Schlucht genaugenommen Babyn Jar, und zweitens kamen »wir« mit unseren Pistolen gar nicht zum Zug. Denn die 33 771 Juden wurden von der Waffen-SS mit Maschinengewehren erschossen, unter begeisterter Mitwirkung der ukrainischen Miliz. Aber egal: »Es ist ein gewaltiges Talent, das Sie da besitzen, Monsieur Littell.« In etwa mit Ihrem, Señor Kracht, gewaltigen Dings, na: Knall vergleichbar?
Wir sind’s:

Titanic


Merkel!

Ist es nicht so, daß Ihre Sympathie für Westerwelle physikalisch zu erklären ist? Wo Sie doch nur zu gut wissen, daß jede Welle außer viel Energie keinen eigenen Gehalt transportiert?
Ihre Physiker auf der

Titanic


mvr.winniebaker!

E-Mails, die einem Millionen versprechen, so man nur sein Konto zur Verfügung stelle, jucken uns ja schon seit Jahren so sehr wie Hagebutten ohne Kerne; aber das, was Sie uns ungefragt über das Schicksal eines Herrn Williams aus England und sein angebliches Vermögen schreiben, fällt dann doch aus der Endlosreihe: »Er ist gestorben und hat keine Begunstigten hinterlassen. So dass die Fonds auf seinem Konto unnuttig geblieben sind, ohne jeden. Anspruch oder Aktivirt fur einige Zeit schon.«
Da haben Sie, Frau bzw. Herr Winniebaker oder wer auch immer, bei allem offenbaren Betrug richtig verstanden, wie Geld sich ganz allgemein durch Prostitution vermehrt.
Bleibt lieber arm und sauber:

Titanic


Heda, Hape Kerkeling!

»Ich finde schon, daß jeder, der sein Gesicht in die Kamera halten darf, sich einer gewissen Verantwortung bewußt sein sollte«, so sagten Sie’s dem Spiegel, und mit »jeder« meinten Sie Ihre Kunstfigur Horst Schlämmer. Deren Witz besteht darin, Politiker zu provozieren, die, weil sie Spaß verstehen und Schlämmer als werbewirksamen Hofnarren betrachten, augenzwinkernd mitspielen. So weit, so affirmativ – Ihr Verantwortungsgefühl, Kerkeling, reicht aber noch weiter: Nämlich haben Sie für Ihren Schlämmer-Film »mit viel mehr Politikern Interviews geführt, als wir am Ende zeigen wollten«, denn: »Die Peinlichkeiten reichten von thematischer Total-Ahnungslosigkeit bis an den Rand der Volksverhetzung. Es wäre mir unmöglich gewesen, das als Beispiel deutscher Politik zu zeigen, womit wir wieder bei der der Verantwortung sind.«
Damit wir uns recht verstehen: Ihre Verantwortung besteht darin, Volksverhetzung nicht zu zeigen, weil sie das Vertrauen in die Volksverhetzer untergraben könnte? Müßten Sie sich dann aber konsequenterweise nicht selber aus dem Bild nehmen?
Womit wir wieder wo sind?
Natürlich bei

Titanic


Richard Wagner!

Acht Tage nach der Gewalttat von Solln schrieben Sie in einem Leitartikel für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: »Dominik Brunner hat Zivilcourage gezeigt, die mehr war als die Kerzenanzünderei der Allzuanständigen, die gefahrlos gegen einen rechtsradikalen Popanz auf die Straße gehen, während unsere Gesellschaft von kriminellen Gegenmächten ausgehöhlt wird.« Oje, stöhnten wir da auf, was für ein übles Süppchen kocht dieser Mann denn da auf dem Grab des armen Herrn Brunner? Was haben ihm die Lichterketten der frühen Neunziger angetan, daß er sie mit dieser sinnlosen Gegenüberstellung weiterhin disqualifizieren muß? Und wenn er doch kriminelle Gegenmächte angeblich so verabscheut, warum läßt er dann gänzlich unerwähnt, daß dieser sogenannte rechtsradikale »Popanz« ja gar kein Popanz ist, sondern eine ganze Reihe Menschenleben auf dem Gewissen hat?
Ausgehöhlt, Richard Wagner, erscheint uns daher nicht so sehr unsere Gesellschaft, sondern etwas ganz anderes. Es liegt – kleiner Tip – bei Ihnen irgendwo zwischen Stirn und Hinterkopf. Suchen Sie ruhig mal danach; wir zünden derweil eine Kerze für Sie an.
Anständigst:

Titanic


Liebe »Apotheken-Umschau«!

Laß mal raten, »wie Frauen von Homöopathie profitieren« können:
Apothekerin werden?
Deine Globuli von der

Titanic


Apropos, Herta Müller!

Ihr Werk ist ja hoffentlich nicht zuletzt seiner Buntheit und Vielgestaltigkeit wegen mit dem Nobelpreis belegt worden: »1992: Rumänien in den letzten Tagen des Ceausescu-Regimes, eine Gesellschaft ohne Perspektive; 1997 … schildert Müller die Erfahrungen mit dem Terror und der Staatsmacht; 2003 … erzählt Müller von ihrem Leben unter absoluter Herrschaft; 2009: Der Roman ›Atemschaukel‹ erzählt von der Deportation deutschstämmiger Rumänen nach dem Zweiten Weltkrieg in die damalige Sowjetunion« (Welt kompakt), okay; aber die federleichte Sommerkomödie um den perspektivlosen Gesellschafter Ceausescu, der in den letzten Tagen der damaligen Sowjetunion absolute Erfahrungen mit der staatlichen Rumänenmacht macht, die kommt dann noch?
Nicht unbedingt gespannt:

Titanic




Und kaum, »Süddeutsche Zeitung«,

hat die Müllersche den Nobelpreis bekommen, sprichst Du mit ihr über das »Gefühl der Verlorenheit« und »Landschaften der Heimatlosigkeit« (9.9.), und laut Dir sagt sie das: »Hierzulande habe den die aufgeklärten Leute, die Intellektuellen einen anderen Heimatbegriff in Rumänien ist.« Oder: »Das muß ja auch alles einordnen.« Hm. Ein Versuch zügiger Demontage? Verstimmt, daß Philip Roth die Million wieder nicht eingesackt hat? Oder bloß am Korrektorat gespart?
Einordnungsbereit:

Titanic


Sie nun, Hans-Helmut Kotz,

Vorstandsmitglied der Bundesbank, hat der liebe Gott, drei Jahre nach dem Heimgang des unvergessenen CDU-Politikers und Schlagzeilenlieferanten Rudi Geil (»Geil: Arbeitslosenzahl steigt«), nun endlich in unser Blickfeld gerückt: »Kotz: 25 Prozent Rendite sind zuviel« (Handelsblatt) –
und damit ist natürlich vollinhaltlich einverstanden:

Titanic


 
Titanic unterwegs
15.03.2010 Jena, Romantikerhaus
  Leonhard, Julian und Rudi Hurzlmeier
15.03.2010 Frankfurt, Klabunt
  Hans Zippert
17.03.2010 Hildesheim, Vier Linden
  Max Goldt
17.03.2010 Mainz, Kunsthalle
  Jürgen Roth

 Marcel Reich-Ranicki!

In der FAS sagten Sie, Sie glaubten »an die nützliche Verwertung von Filmen und vor allem von Romanen auf der Bühne«, denn: »Ich habe Tolstoi, Dostojewskij, Balzac, Flaubert, Jane Austen, Fontane, Thomas Mann und viele andere Autoren gesehen, die dankbar an ihre Bühnenfassungen dachten.« Daß Sie, Reich-Ranicki, zu wissen glauben, was die Damen und Herren Autoren so gedacht haben, das nehmen wir unseretwegen stumm zur Kenntnis – aber daß Sie Tolstoi, Flaubert und Jane Austen noch »gesehen« haben? Die immerhin 1910, 1880 bzw. 1817 verstorben sind? Andererseits: Man ist ja immer so uralt, wie man sich fühlt! Gell? Greise Grüße:

Titanic

 Club Aldiana!

Daß Kultur, Wellness und Sonnenschein nicht die Dinge sind, um die es beim Cluburlaub in erster Linie geht, hatten wir schon sehr stark vermutet. So offen wie Du mit Deinem Slogan »Urlaub unter Freunden« hätten wir es freilich kaum auszuplaudern gewagt.
Deine Freunde auf der

Titanic

 Michael Spreng!

Sie waren bis zu Ihrem Rausschmiß im Jahr 2000 Chefredakteur der Bild am Sonntag, dilettierten als Edmund Stoibers Wahlkampfmanager und haben als »selbstständiger Medien- und Kommunikationsberater« offenbar jede Menge Zeit – zum Beispiel für Ihr sehr einfallsreich »sprengsatz« betiteltes »Politik-Blog aus Berlin«. Dort nämlich beglücken Sie Ihre Leser unter anderem mit der »Anekdote der Woche«, welche Sie stets als so unbequemen Journalisten wie grundsympathischen Superchecker ausweist.
So erfahren wir von irrwitzigen Pannen (»Das beste Kohl-Interview habe ich übrigens in der Vorweihnachtszeit  1975 in Mainz geführt … Als ich nach Bonn zurückkam, stellte ich fest, daß das Tonband nicht funktioniert hatte«), rührenden Männerfreundschaften (»Per du bin ich noch mit Volker Rühe als Ergebnis einer feucht-fröhlichen Nacht beim Medienpreis in Baden-Baden, mit Laurenz Meyer seit unserer gemeinsamen Wahlkampfzeit 2002, sowie mit Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl und dem heutigen Verteidigungsminister Franz Josef Jung«), liebenswerten Lausbubenstreichen (»Herold liebte seine Computer geradezu und so forderte er mich bei einem Besuch im BKA auf, die Leistungsfähigkeit seiner Computer doch einmal auszuprobieren. Ich ließ die Namen zweier ehemaliger Schulfreunde eingeben, die schon zu meiner Schulzeit ganz linksaußen standen...«) oder auch Ihrem exzellenten Standing in der Medienwelt: »Als Edmund Stoiber mich zu seinem Wahlkampfmanager berief, telefonierte er am Vorabend der offiziellen Vorstellung mit Friede Springer … Als ich ihn fragte, wie Frau Springer auf seine Entscheidung reagiert habe, berichtete er mir, sie habe über mich gesagt: ›Guter Mann, aber schwierig‹. Ein schöneres Kompliment kann eine Verlegerin einem Journalisten kaum machen« – zumal, wenn sich dessen Output auf eitelste Ranschmeißereien an die Charaktermasken der Macht beschränkt, gell?
Es grüßen die guten, unkomplizierten Männer der

Titanic

 Lotto Rheinland-Pfalz!

Als Co-Sponsor des SV Mainz 05 preist Du Dich selber von den Reklametafeln herab an, und zwar als »Partner aus Überzeugung«. Ach ja, wirklich? Heißt das, daß Dir massenträchtige PR eher weniger bedeutet? Spricht da also Dein soziales Herz, das die Förderung von jungen Talenten in den Vordergrund stellt? Und die Finanzen, wenn überhaupt, spielen nur eine untergeordnete Rolle? Bist Du gar ein Zentrum nonkonformistischen Denkens, das den ollen neoliberalen Brei für ganz ganz gefährlich hält? Gar eine verdeckte Denkfabrik, die die ersten Schritte zur Weltrevolution vorbereitet?
Na dann, auf zum letzten Gefecht:

Titanic

 Huhu, Ron Wood!

Ihr Kampf gegen den Alkoholismus hat Sie also in die Londoner Reha-Klinik »The Priory« geführt, und Sie haben es dort wie lange ausgehalten? Genau eine Stunde! Und diesen Umstand hat »ein Freund« womit begründet? »Er hat sich für den kalten Entzug entschieden.«
Daß damit aber »on the rocks« gemeint ist, darauf schwört rollenden Stein und Bein:

Titanic

 Darum auch so bekömmlich

In der Frankfurter Gaststätte Mosebach stritt man zu später Stunde wieder einmal über die anthropologisch grundierte und hochideologisierte Frage, warum denn der Mensch so gerne Bier trinke. »Man trinkt’s so gerne«, sprach mit einem Mal und wie erleuchtet der angesehene Experte Tom Hintner und beendete die Debatte damit jäh, »weil es mit seinen 4,8 Prozent den natürlichen Alkoholgehalt des menschlichen Blutes hat.«

Mark-Stefan Tietze

 CO² gespart

Am Vorabend unserer Reise nach Hamburg zogen wir noch einmal durch die Münchener Kneipen. Die letzten Biere waren wohl nicht mehr gut gewesen, denn große Teile unserer achtköpfigen Gruppe litten auf der Hinfahrt unter immensem Stuhl- und Harndrang. Von den gesammelten Sanifair-Bons konnten wir locker den Treibstoff für die Rückfahrt zahlen. Ergebnis: eine großartige Öko-Bilanz – denn der Kleinbus fuhr ja quasi mit Ausscheidungen.

Helge Möhn

 Das Selbst wird ergänzt

Von symbolischer Selbstergänzung spricht man in der Psychologie z.B., wenn ein BWL-Student, der danach strebt, ein erfolgreicher Manager zu werden, sich mit typischen Managersymbolen, etwa einer Rolex oder einem überbordenden Terminkalender, ausstaffiert. In dieselbe Rubrik fällt auch der unentdeckte Maler, der sommers wie winters mit Künstlerschal herumrennt. Die Psychologie will außerdem herausgefunden haben, daß diese Symbole dem unfertigen Selbst tatsächlich helfen können, seine Ziele zu erreichen. Ich bezweifle allerdings, daß mich als kleinen Schreiberling, der gern ein großer Schriftsteller wäre, so eine waschechte Schreibblockade wirklich weiterbringt.

Friedrich Krautzberger

 Machtmissbrauch

Für Nachrichtenredakteure hat so ein drohendes Wetterchaos durchaus seine guten Seiten: Wenn man Freitagnachmittag ordentlich Panik mit Schneewehen und Glatteis macht, parkt man Samstagfrüh bei Ikea in der ersten Reihe.

Thomas Kuhlmann

 Ex aspera ad astra

Das Außergewöhnliche an außerkörperlichen Erlebnissen, sogenannten AKE, ist in meinen Augen nicht, daß die betroffenen Personen sich von ihrer materiellen Realisierung lösen und in einen rein spirituell-geistigen Bewußtseinszustand übertreten, in dem sich der eigene Körper mit frappierender Klarheit von außen betrachten läßt. Das mag zwar so sein. Wenn ich allerdings im alltäglichen Raum-Zeit-Kontinuum diejenigen Personen, welche notorisch von solchen AKE faseln, unter die Lupe nehme, finde ich es bemerkenswert, daß auch nur eine dieser Personen nach Beendigung ihres AKE freiwillig in ihre verwahrloste irdische Hülle zurückkehrt.

Theobald Fuchs