[Februar 2012]
Hey, McDonald’s-Werbung,
wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?
Eher selbstverliebt:
Titanic
Sie aber, Christine Neubauer,

haben aufgrund eines Werbevertrags mit der Firma Weight Watchers rund fünfzehn Kilo abgenommen und sich so Ärger mit Ihren Fans eingehandelt. Um Ihren guten Ruf als »Vollweib« nicht zu verlieren, wehrten Sie sich nun in der Bunten: »Ich fühle mich extrem wohl in meinem drahtigen Körper, denn er ist immer noch kurvig. Das einzige, was ich bedaure, ist, daß meine Oberweite leider auch etwas abgenommen hat. Aber ich bin noch immer ein Vollweib, weil ich mit Leib und Seele Frau bin und zu meiner Weiblichkeit stehe.« Herrje! Wissen Sie, Frau Neubauer, welch drahtig-kurviger Verdacht uns beschleicht? Daß Sie unabhängig vom jeweiligen Zustand Ihres offenbar hochkomplexen, wenn nicht gar widersprüchlichen Weiblichkeitsleibes weniger ein »Vollweib« als vielmehr ein »Vollpfosten« sind.
Nein? Ach, kommen Sie: Stehen Sie dazu!
Titanic
Rummenigges Karl-Heinz!
Als Sie kürzlich im Pay-TV in der »LIGA total! Lounge« zu Gast waren, haben Sie als persönlichen Wunsch angegeben, bei »Ice Age 4« mitspielen zu dürfen. Hm, warum denn »Ice Age«? Der Esel spielt doch bei »Shrek« mit!
Um I-a wird gebeten.
Titanic
Antidiskriminierungsstelle des Bundes!
Hältst Du das wirklich für eine so gute Idee, überall Plakate aufzuhängen, auf denen »Kein Mensch paßt in eine Schublade!« steht? Also wirklich: Schublade? Singular? Werden da nicht die anderen Schubladen, in die so ein Mensch auch noch paßt, nun ja, diskriminiert?
Immer wachsam: die Schubladenschwengel von der
Titanic
Lieber Marcel Reich-Ranicki,
in Ihrer Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragt ein Hubertus Simmelring: »Was halten Sie von dem neuen Buch von Mathias Döpfner? Es gibt darin auch ein Kapitel über die Meistersinger. Damit kennen Sie sich doch bestens aus. Er auch?« Und Sie: »Mathias Döpfner hat einige Bücher publiziert, ja, unter anderem einen Essay über die Meistersinger.« Fertig. Aber schließlich heißt Ihre Rubrik bloß »Fragen Sie Reich-Ranicki«. Fürs Antworten sind Sie halt nicht zuständig.
Fragen Sie:
Titanic
Wolfgang Schäuble, Finanzminister!
Im Hörfunkinterview sinnierten Sie zur Euro-Schuldenkrise und zum letzten Euro-Gipfel: »Politik ist immer auch ein bißchen die Kunst des Möglichen, und wenn wir nicht große Katastrophen haben wie die zwei Weltkriege in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, dann ist die Bereitschaft zu Veränderungen nicht so ganz einfach gegeben.«
Ja, Schäuble, diese zwei Weltkriege waren wirklich ein Segen! Und was waren die Leute veränderungsbereit! Aber woher zur Bewältigung der Krise auf die Schnelle zwei Weltkriege nehmen?
Ihnen wird schon was einfallen, Schäuble. Ist da zuversichtlich:
Titanic

Heda, Ernst Jünger!
Da wir nicht wissen, was Sie in Ihrem Gewitterhimmel zu lesen kriegen, hier kurz Meldung: Ein Christian Wulff, Emporkömmling, der es bis zum Bundespräsidenten brachte, äußerte lt. BamS vor seinen versammelten Untergebenen im Berliner Schloß Bellevue die Hoffnung, »daß dieses Stahlgewitter bald vorbei ist«. Zuerst die gute Nachricht. Die BamS weiß immerhin noch Bescheid: »›In Stahlgewittern‹ heißt das Tagebuch des Schriftstellers Ernst Jünger aus dem 1. Weltkrieg.« Die schlechte: Wulff steht zwar unter Beschuß, jedoch lediglich im übertragenen Sinn. Einige Journale haben ihm Unregelmäßigkeiten bei der Hausfinanzierung nachgewiesen. Verschärfend kommt hinzu: Der Mann hat noch nicht mal gedient! Ein windelweicher Zivilist! Und vergreift sich an Ihrer ehernen Schützengrabengranatenmetaphorik! Ein Unding! Nicht von ungefähr sagt dieser Wulff von seinen halluzinierten »Stahlgewittern«: »In einem Jahr ist das alles vergessen!« – Wo Ihre »Stahlgewitter« auch 92 Jahre nach Erscheinen noch nicht vergessen sind!
Ein Ungedienter, der sein halblegal finanziertes Eigenheim gegen eine Welt von Feinden verteidigen zu müssen glaubt und der Journaille mit einem »Krieg« droht, den er noch nicht mal vom Lesen Ihres »Tagebuchs eines Stoßtruppführers« her kennt – gut, daß Sie diese Dekadenz nicht mehr miterleben müssen!
Titanic
Außenminister Guido Westerwelle!
Na, wie fühlt es sich an, in einem auflagestarken Topmedium nach Monaten endlich mal wieder Erwähnung zu finden? Irgendwie klasse? Gut, dann noch einmal: Außenminister Guido Westerwelle.
Keine Ursache:
Titanic
Schön auch, Michel Friedman,
wie Sie auf die Frage des Magazins Journalist, ob Sie denn am Tag des Interviews schon gestritten hätten, antworteten: »Ja natürlich. Ich mußte mit meinem Sohn heute morgen darüber diskutieren, ob er sich erst anzieht und dann spielt, oder ob er erst spielt und sich dann anzieht.« Ein packender Streit! Und Sie haben Ihrem Sproß gute Gründe genannt, sich erst anzuziehen. Doch, ach: »Mein Sohn, dem ich mit vier Jahren beigebracht habe, was diskutieren bedeutet, hatte dann wiederum seine Argumente, und ich muß sagen: Er ist mittlerweile ein Gesprächspartner im ernsten Sinne des Wortes.« Der Kleine ist, entnehmen wir der Presse, dieser Tage sieben Jahre alt geworden – er steckt Sie also schon seit geraumer Zeit rhetorisch in den Sack. Sie sollten ihn bloß öfter mal zu Wort kommen lassen!
Raten Ihre Pädagogen von der
Titanic
Sie, Edda Müller,
sind Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation »Transparency International« in Deutschland und haben Christian Wulff im Zusammenhang mit seinem umstrittenen Privatkredit im Hörfunk politisch unkluges Verhalten vorgeworfen: »Als Politiker sollte man jeden Anschein einer Besserstellung vermeiden.« Sie sagen es! Den Anschein vermeiden. Ansonsten bessergestellt sein und sich im Stillen dran freuen!
Mit Ihnen transparent:
Titanic
In Dir, Caren Miosga,
steckt ja doch mehr, als wir annahmen! Jedenfalls kündigte Dich die »nette« Kollegin Judith Rakers von der Tagesschau neulich so an: »Wir melden uns wieder mit den Tagesthemen um 23.25 Uhr mit Caren Miosga. Darin: minderwertige Brustimplantate.«
Gut, das Zitat ging dann noch weiter, aber da hat schon wieder nicht mehr zugehört:
Titanic



























Hey, McDonald’s-Werbung,
