Das endgültige Abtreibungsmagazin

Pflichtblatt für den Papst


 

Archiv



[Februar 2007]

Unbekannter Gymnasiast aus Eschenburg!
Hallo, Integrationsbeauftragte!
Christiane zu Salm!
Und Du, Industrieverband Heimtierbedarf
Und sag halt mal, New York!
An sich, André Heller
Und nachdem, Britney Spears
Grass, Günter!
Orhan Pamuk!
Kurt Beck!
»Nach vorne«, liebe Angela Merkel
Hört mal, Salmonellen!



[19.02.2007]

Unbekannter

Gymnasiast aus

Eschenburg!

Da stellen wir, nur so aus Daffke, einen Vordruck für Amokläufer zum Herunterladen ins Netz, und zwar, damit auch des Deutschen nicht ganz mächtige junge Menschen ihren Blutrausch mit den richtigen Worten ankündigen können, einen zum Ankreuzen:

– und was tust Du? Du lädst unser Amokformular, nur so aus Daffke, herunter, füllst es aus und hängst es an das Schwarze Brett Deiner Schule. Und weil Du es auch noch mit Deinem richtigen Namen unterzeichnest und die Polizei, die der Direktor Deines Gymnasiums umgehend einschaltet, Dich daher ohne weiteres dingfest machen kann, stehst Du jetzt einigermaßen dumm da und Deine Geschichte im Herborner Tageblatt: »Der schlechte Scherz wird für den 18jährigen ein Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der ›Störung des öffentlichen Friedens‹ gegen ihn ein. Sollten sich die Vorwürfe gegen ihn bestätigen, wird er möglicherweise für die Kosten des Polizeieinsatzes sowie aller übrigen Verfahrensschritte aufkommen müssen.«

Doch so leid es uns tut, Eschenburger Schüler, daß Dir nun womöglich ruinöse Rechnungen und ein Schulwechsel ins Haus stehen: An einem Gymnasium, dessen Lehrer offenbar nicht einmal zu einfachster Textsortenerkennung in der Lage sind, würden wir an Deiner Stelle sowieso nicht bleiben!

Doesn’t need no education:

Titanic

 




[16.02.2007]

Hallo, Integrationsbeauftragte!

Kennt Ihr den schon?: »Ey, was hast du fürn Wallpaper auf deim Laptop?« – »Isch hab Migrationshintergrund!«Korrekt, oder?

Deine Bildschirmschoner von der

Titanic

 


[13.02.2007]

Christiane zu Salm!

Wahrscheinlich lag es daran, daß das Christkind kurz vor der Tür stand, und so durften Sie sich trotz Ihrer glorreichen Vergangenheit als Geschäftsführerin von Neun Live bei der SZ richtig austoben und für die Damen und Herren Redakteure Visionärin spielen: »Das neue Fernsehen ist ein Social network des bewegten Bildes: Während des TV-Konsums blinkt beispielsweise ein Zeichen auf, wenn jemand gerade bei Ebay mein Angebot übertrifft. Oder am Rande des TV-Bildschirms läuft ein Chat über die Sendung.« Fabelhaft. Nicht nur, daß einem heutzutage jeder Filmabspann verhunzt wird, weil gleich wieder Werbung für die nächste Sendung gemacht wird, Sie sehen die TV-Zukunft auch noch in dämlichem Gequatsche am Bildschirmrand. »Es ist klar, wohin die Reise geht. Telefonkonzerne schicken schon heute weltweit 30, 60, 100 TV-Kanäle über das Internet in die Haushalte. Ich glaube nur, man muß sich inhaltlich mehr einfallen lassen, als einfach nur dasselbe Programm online zu stellen. Es wird eine Fernsehwüste geben – mit wenigen Oasen.« Und ein großer Regen wird kommen und wird fortspülen alle, die falsch Zeugnis ablegen wider den Gebührenzahler, also z.B. Sie, die Sie ja wie nix Gutes mitgeholzt und kahlgeschlagen haben im Garten des Herrn.

Drum, bitte sehr, jammern ausgerechnet Sie nicht über Sand im Schuh. Raten Ihre Hellseher auf der

Titanic

 




[11.02.2007]

Und Du,

Industrieverband Heimtierbedarf,

willst uns also die Hundehaltung schmackhaft machen mit dem Argument, daß »ein Hund bei Liebeskummer hilft«, weil die Köter »eine Senkung des Blutdrucks und die Entspannung der Muskeln bewirken« sowie »gute Antennen für unsere Stimmungen« hätten. Sagt jedenfalls eine Simone Dustert, Ärztin aus Königswinter, die deshalb »selbst einen Bullmastiff zum Therapiehund ausgebildet hat«.

Wie, Industrieverband Heimtierbedarf, bitte? Einen Bullmastiff als Liebeskummertherapiehund? Eines dieser gesichtsgefalteten Kampfschweine, die in immerhin sechs Bundesländern als »gefährlich« gelistet sind? Da können wir uns ja lebhaft vorstellen, wie Frau Dustert ihren Liebeskummer therapiert, wenn sie so richtig in Stimmung ist und dies an die Antennen ihrer Beißmaschine aussendet: »Los, Wotan, faß! Faß den Wichser, los, faß, faß!« Solange bis Blutdruck und Muskelspannung auf das gewünschte Maß gesunken sind.

Brav. Und aus!

Titanic

 


[09.02.2007]

Und sag halt mal, New York!

Da fällt jemand auf eins Deiner U-Bahn-Gleise, und jemand anders sieht, daß ein Zug dabei ist, in eben dieses Gleis einzufahren, springt dem Verunglückten ohne zu zögern hinterher und rettet ihn vor dem Überfahrenwerden. Und diesem wahrhaft heldenhaften Mann verleihst Du nun für seine Tat eine Medaille: und zwar eine Bronzemedaille.

Verrat uns doch, New York, bitte mal, was man tun muß, um von Dir mit Silber oder gar Gold ausgezeichnet zu werden: Muß man auf Bürohäuser gesteuerte Flugzeuge in Riesenaffenmanier mit seinen eigenen Händen vom Himmel wischen? Oder in Harlem eine weiße Sitcom drehen? Oder ist das wieder so ein protestantischer Blödsinn, auf daß der 50jährige Held nicht zu sehr verwöhnt, sondern in seinem Streben nach weiterer Lebensrettungstätigkeit und somit weiteren, wertvolleren Medaillen gefördert werde?

Aus den vagabond shoes grüßt trotzdem

Titanic

 



[07.02.2007]

An sich,

André Heller,

ist es ja zu begrüßen, daß in dem Porträt, das der ORF zu Ehren von Karl Kraus ausstrahlte, auch eine kritische Stimme zu Wort kam. Allerdings hätte man dem Toten einen würdigeren Gegner gewünscht als ausgerechnet Sie Clown, Träumer und Eventartisten, der Sie Ihren Unmut über die ersten Zeilen der Fackel, in der es statt dem üblichen reißerischen »Was wir bringen« hieß: »Was wir umbringen«, in die Worte packten: »Und daß man dabei, mit dieser Haltung, notgedrungenerweise nach dem Energieprinzip – was man aussendet, erhält man zurück – auch sich umbringt, dafür war er einfach nicht klug genug.« Nein, Heller: Das »Energieprinzip« besagt lediglich, daß Energie weder vermehrt noch vermindert, sondern nur umgewandelt werden kann, also letztlich konstant bleibt. Was Sie sich da zusammenreimen, klingt eher nach Esoterikprinzip, im Sinne eines von nichts kommt nichts – und nach diesem Prinzip senden Sie ja schon seit Jahren!

Kluge Grüße:

Titanic

 



[05.02.2007]

Und nachdem,

Britney Spears,

Ihr Privatleben in letzter Zeit ein bisserl aus dem Ruder gelaufen war, flüchteten Sie sich standesgemäß in den Luxus einer 5,5 Millionen Euro teuren Villa in Beverly Hills. Uns stellt sich die Frage: Wie kann man nur so verschwenderisch sein? Sicher, die fünf Schlafzimmer kann man Ihnen schlecht vorwerfen; sechs Bäder – geschenkt. Auch ein eigener Pool stiftet bestimmt viel Lebensfreude – aber wozu um alles in der Welt brauchen Sie eine Bibliothek?

Heimelige Grüße:

Titanic

 



[03.02.2007]

Grass, Günter!

In Lübeck haben Sie, wie wir der Zeit entnahmen, in bewährt herrschaftlicher Manier Ihre gut zwanzig Übersetzer um sich geschart, um Ihr neues Buch zu bequatschen, das diese noch übersetzen müssen. Der Hinweis des italienischen Vertreters nun, Sie könnten, wie in der deutschen Ausgabe geschehen, nicht »mezzo fortuna« gereist sein, denn per Anhalter fahren heiße »con mezzi di fortuna«, wurde von Ihnen, bei Eintopf und Kaltgetränken, mit dem Hinweis niedergebügelt, der Lapsus solle auch in späteren Auflagen nicht berichtigt werden, weil sonst der »Rhythmus« hin sei. Na gut, wollen wir mal die »Zwiebel« aufschlagen, vielleicht stoßen wir womöglich auf evtl. südamerikanische Klänge – nein, nichts. Swing? Gleichfalls Fehlanzeige. Es groovt absolut nicht! Aaah, jetzt, da haben wir’s: links, zwo, drei, vier, links, zwo…

Taktvoll:

Titanic

 



[01.02.2007]

Orhan Pamuk!

In geschätzten zwölftausend Interviews, Essays und »Städtebildern« durften wir im letzten Jahr immer wieder den immer gleichen Schmonzens hören: von Ihrem ewig zwiespältigen Verhältnis zu Istanbul, von der Türkei »an der Schwelle zur Moderne« usw. usf. Das erste Mal mag’s ja noch halbwegs interessant gewesen sein; wenn aber die FAZ auf der Titelseite (!) ihrer Ausgabe vom 7.12. unter der Spitzenschlagzeile »Pamuk: Selbstportrait eines Dichters« die sensationelle Nachricht verkündet, Sie, Pamuk, bezeichneten sich »im Feuilleton dieser Zeitung als ›literaturabhängig‹: Er brauche die Literatur wie ein Kranker seine Medizin«, und weitere Top-Schlagzeilen wie »Pamuk: Er trinkt gern Kaffee« oder »Orhan Pamuk: ›Äpfel schmecken mir, ich brauche sie wie ein Hungriger ein Stück Brot‹« also schon im Anmarsch sind – dann wissen wir, warum wir Ihren »Schnee« von gestern nicht zu Ende gelesen haben.

Kritikabhängig:

Titanic

 


[30.01.2007]

Kurt Beck!

Sie haben dem Langzeitarbeitslosen Henrico F. bekanntlich versprochen, ihm einen Job zu verschaffen, wenn er sich waschen und rasieren würde, und wundern sich nun, warum der frisch gewaschene und rasierte Herr F. die acht Jobangebote, die Sie ihm unterbreiten ließen, ausgeschlagen hat. Wir wundern uns nicht: Als Ihr Redenschreiber wäre Herr F., der immerhin einen Hauptschulabschluß hat, eindeutig überqualifiziert. Nicht ausreichend qualifiziert dagegen wäre er als Ihr Leibwächter, da er in einem Kugelhagel nicht in der Lage wäre, Ihren Körper vollständig abzuschirmen. Der Job als Ihr persönlicher Masseur wäre eine unzumutbare Belastung und außerdem nicht mit der Menschenwürde vereinbar. Die Angebote, als Koch oder Vorkoster für Sie zu arbeiten, hätten wir wegen der hohen Arbeitsbelastung von über 80 Stunden pro Woche auch abgelehnt. Und die Jobs als Ihr Fitneßtrainer, Diät- und v.a. PR-Berater waren doch eh nicht ernst gemeint, oder?

Wie wäre es mal mit einem ernsthaften Job-Angebot für Herrn F.? Zum Beispiel als Vorsitzender der SPD? Da bräuchte er sich nicht mal zu rasieren!

Ihre stets mit allen Wassern gewaschene

Titanic

 


[28.01.2007]

»Nach vorne«,

liebe Angela Merkel,

wollen Sie Deutschland bringen, und diesen Plan verfolgen Sie mit jener naiven Akribie so unverkennbar ostdeutscher Prägung, daß nichts weiter bleibt, als vor Entzücken und Grauen im Angesicht des Gesamtwunders Ihrer, Merkel, Existenz andächtig zu verharren. So begründeten Sie die Notwendigkeit des milliardenschweren und in Fachkreisen massiv kritisierten Ausbaus der deutschen Häfen zu sog. Tiefseehäfen damit, Deutschland nehme auf der »Liste« der Nationen mit ebensolchen »nur den 4. Platz« ein; zahlengläubig, wie sich die Naturwissenschaftlerin, als die Sie das politische Feuilleton ja allzeit feiert, halt geben muß. Wenn Sie uns aber versprechen, sich nur stets weiter an die Listen zu halten, wagen wir, trotz Ihrer teuren Bücklinge in Richtung Kapital, weiter zu hoffen: Denn auch auf der Liste der Länder mit staatlich subventioniertem Schlammcatchen nimmt Deutschland einen bedrohlich niedrigen Platz ein, ebenso auf der Liste der Staaten mit lizensierter Tempelprostitution oder der Liste der Weltgegenden mit mindestens einer Gummihüpfburg pro Gemeinde. Hier sind wir meistens sogar Schlußlicht! Oder werfen Sie mal einen Blick auf die Liste der Industriestaaten, die Ihre Kanzlerin zum Teufel gejagt haben, da sieht es noch viel ärger aus.

Bringen Sie uns nach vorne!

Ihre

Titanic

 


[26.01.2007]

Hört mal,

Salmonellen!

Solange wir Euch kennen, macht Ihr nichts anderes als Durchfall und Typhus. Wollt Ihr nicht mal etwas anderes versuchen? Was ganz anderes machen? Und endlich tun, wozu Ihr schon dem Klang nach verpflichtet seid? Dann schult jetzt bitte endlich mal auf Inselgruppe um!

Sagt’s Euch nicht zweimal:

Titanic

 


 
Titanic unterwegs
15.03.2010 Jena, Romantikerhaus
  Leonhard, Julian und Rudi Hurzlmeier
15.03.2010 Frankfurt, Klabunt
  Hans Zippert
17.03.2010 Hildesheim, Vier Linden
  Max Goldt
17.03.2010 Mainz, Kunsthalle
  Jürgen Roth

 Marcel Reich-Ranicki!

In der FAS sagten Sie, Sie glaubten »an die nützliche Verwertung von Filmen und vor allem von Romanen auf der Bühne«, denn: »Ich habe Tolstoi, Dostojewskij, Balzac, Flaubert, Jane Austen, Fontane, Thomas Mann und viele andere Autoren gesehen, die dankbar an ihre Bühnenfassungen dachten.« Daß Sie, Reich-Ranicki, zu wissen glauben, was die Damen und Herren Autoren so gedacht haben, das nehmen wir unseretwegen stumm zur Kenntnis – aber daß Sie Tolstoi, Flaubert und Jane Austen noch »gesehen« haben? Die immerhin 1910, 1880 bzw. 1817 verstorben sind? Andererseits: Man ist ja immer so uralt, wie man sich fühlt! Gell? Greise Grüße:

Titanic

 Club Aldiana!

Daß Kultur, Wellness und Sonnenschein nicht die Dinge sind, um die es beim Cluburlaub in erster Linie geht, hatten wir schon sehr stark vermutet. So offen wie Du mit Deinem Slogan »Urlaub unter Freunden« hätten wir es freilich kaum auszuplaudern gewagt.
Deine Freunde auf der

Titanic

 Michael Spreng!

Sie waren bis zu Ihrem Rausschmiß im Jahr 2000 Chefredakteur der Bild am Sonntag, dilettierten als Edmund Stoibers Wahlkampfmanager und haben als »selbstständiger Medien- und Kommunikationsberater« offenbar jede Menge Zeit – zum Beispiel für Ihr sehr einfallsreich »sprengsatz« betiteltes »Politik-Blog aus Berlin«. Dort nämlich beglücken Sie Ihre Leser unter anderem mit der »Anekdote der Woche«, welche Sie stets als so unbequemen Journalisten wie grundsympathischen Superchecker ausweist.
So erfahren wir von irrwitzigen Pannen (»Das beste Kohl-Interview habe ich übrigens in der Vorweihnachtszeit  1975 in Mainz geführt … Als ich nach Bonn zurückkam, stellte ich fest, daß das Tonband nicht funktioniert hatte«), rührenden Männerfreundschaften (»Per du bin ich noch mit Volker Rühe als Ergebnis einer feucht-fröhlichen Nacht beim Medienpreis in Baden-Baden, mit Laurenz Meyer seit unserer gemeinsamen Wahlkampfzeit 2002, sowie mit Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl und dem heutigen Verteidigungsminister Franz Josef Jung«), liebenswerten Lausbubenstreichen (»Herold liebte seine Computer geradezu und so forderte er mich bei einem Besuch im BKA auf, die Leistungsfähigkeit seiner Computer doch einmal auszuprobieren. Ich ließ die Namen zweier ehemaliger Schulfreunde eingeben, die schon zu meiner Schulzeit ganz linksaußen standen...«) oder auch Ihrem exzellenten Standing in der Medienwelt: »Als Edmund Stoiber mich zu seinem Wahlkampfmanager berief, telefonierte er am Vorabend der offiziellen Vorstellung mit Friede Springer … Als ich ihn fragte, wie Frau Springer auf seine Entscheidung reagiert habe, berichtete er mir, sie habe über mich gesagt: ›Guter Mann, aber schwierig‹. Ein schöneres Kompliment kann eine Verlegerin einem Journalisten kaum machen« – zumal, wenn sich dessen Output auf eitelste Ranschmeißereien an die Charaktermasken der Macht beschränkt, gell?
Es grüßen die guten, unkomplizierten Männer der

Titanic

 Lotto Rheinland-Pfalz!

Als Co-Sponsor des SV Mainz 05 preist Du Dich selber von den Reklametafeln herab an, und zwar als »Partner aus Überzeugung«. Ach ja, wirklich? Heißt das, daß Dir massenträchtige PR eher weniger bedeutet? Spricht da also Dein soziales Herz, das die Förderung von jungen Talenten in den Vordergrund stellt? Und die Finanzen, wenn überhaupt, spielen nur eine untergeordnete Rolle? Bist Du gar ein Zentrum nonkonformistischen Denkens, das den ollen neoliberalen Brei für ganz ganz gefährlich hält? Gar eine verdeckte Denkfabrik, die die ersten Schritte zur Weltrevolution vorbereitet?
Na dann, auf zum letzten Gefecht:

Titanic

 Huhu, Ron Wood!

Ihr Kampf gegen den Alkoholismus hat Sie also in die Londoner Reha-Klinik »The Priory« geführt, und Sie haben es dort wie lange ausgehalten? Genau eine Stunde! Und diesen Umstand hat »ein Freund« womit begründet? »Er hat sich für den kalten Entzug entschieden.«
Daß damit aber »on the rocks« gemeint ist, darauf schwört rollenden Stein und Bein:

Titanic

 Darum auch so bekömmlich

In der Frankfurter Gaststätte Mosebach stritt man zu später Stunde wieder einmal über die anthropologisch grundierte und hochideologisierte Frage, warum denn der Mensch so gerne Bier trinke. »Man trinkt’s so gerne«, sprach mit einem Mal und wie erleuchtet der angesehene Experte Tom Hintner und beendete die Debatte damit jäh, »weil es mit seinen 4,8 Prozent den natürlichen Alkoholgehalt des menschlichen Blutes hat.«

Mark-Stefan Tietze

 CO² gespart

Am Vorabend unserer Reise nach Hamburg zogen wir noch einmal durch die Münchener Kneipen. Die letzten Biere waren wohl nicht mehr gut gewesen, denn große Teile unserer achtköpfigen Gruppe litten auf der Hinfahrt unter immensem Stuhl- und Harndrang. Von den gesammelten Sanifair-Bons konnten wir locker den Treibstoff für die Rückfahrt zahlen. Ergebnis: eine großartige Öko-Bilanz – denn der Kleinbus fuhr ja quasi mit Ausscheidungen.

Helge Möhn

 Das Selbst wird ergänzt

Von symbolischer Selbstergänzung spricht man in der Psychologie z.B., wenn ein BWL-Student, der danach strebt, ein erfolgreicher Manager zu werden, sich mit typischen Managersymbolen, etwa einer Rolex oder einem überbordenden Terminkalender, ausstaffiert. In dieselbe Rubrik fällt auch der unentdeckte Maler, der sommers wie winters mit Künstlerschal herumrennt. Die Psychologie will außerdem herausgefunden haben, daß diese Symbole dem unfertigen Selbst tatsächlich helfen können, seine Ziele zu erreichen. Ich bezweifle allerdings, daß mich als kleinen Schreiberling, der gern ein großer Schriftsteller wäre, so eine waschechte Schreibblockade wirklich weiterbringt.

Friedrich Krautzberger

 Machtmissbrauch

Für Nachrichtenredakteure hat so ein drohendes Wetterchaos durchaus seine guten Seiten: Wenn man Freitagnachmittag ordentlich Panik mit Schneewehen und Glatteis macht, parkt man Samstagfrüh bei Ikea in der ersten Reihe.

Thomas Kuhlmann

 Ex aspera ad astra

Das Außergewöhnliche an außerkörperlichen Erlebnissen, sogenannten AKE, ist in meinen Augen nicht, daß die betroffenen Personen sich von ihrer materiellen Realisierung lösen und in einen rein spirituell-geistigen Bewußtseinszustand übertreten, in dem sich der eigene Körper mit frappierender Klarheit von außen betrachten läßt. Das mag zwar so sein. Wenn ich allerdings im alltäglichen Raum-Zeit-Kontinuum diejenigen Personen, welche notorisch von solchen AKE faseln, unter die Lupe nehme, finde ich es bemerkenswert, daß auch nur eine dieser Personen nach Beendigung ihres AKE freiwillig in ihre verwahrloste irdische Hülle zurückkehrt.

Theobald Fuchs