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[23.01.2007]

Und meint Ihr vielleicht, Engländer,

daß, nur weil Ihr den komischsten Ortsnamen Eurer angeblich chronisch komischen Insel oben auf dem Land nördlich von Manchester versteckt habt, wir ihn nicht finden würden? Und wäre es nicht fast noch ein bißchen lustiger, weil tautologischer, wenn Ihr den Ort statt Todmorden eben doch Totmorden nennen tätet?

Für den Anfang trotzdem quite amused:

Titanic

[19.01.2007]

Franzosen!

Jahrzehntelang haben wir, wenn wir Euch mal besuchen kamen, ebenso hilflos wie staunend mitangesehen, wie stoisch Ihr zur besten Hausfrauensendezeit »Derrick« zeigt: Derrick, Derrick und noch mal Derrick. Tag für Tag. Mal mit Hans Korte, mal mit der jungen Anne Bennent, mal mit dem alten Platte: egal, Montag bis Freitag kommt l’Inspecteur Derrick! Immer haben wir uns gefragt: Was mag Euch daran erfreuen? Die gruseligen Einblicke in deutsche Ringelmann-Wohnzimmer-Kulissen? Die Papp-Charaktere von der Konsistenz eines 20 Jahre alten Baguettes? Oder erinnern Euch die zähen Stories einfach an Nougat aus Montélimar?

Andererseits: Ein Volk, das eine so starke Affinität zu Fröschen hat, muß ja zwangsläufig auch auf einen Horst Tappert abfahr...

Eh bien!

Amicalement:

Titanic

[16.01.2007]

Köhler, Horst!

Vor der Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags in Bochum lobten Sie »den mit der Agenda 2010 eingeführten Paradigmenwechsel in der Arbeitslosenversicherung … und damit eine zentrale zivilisatorische Leistung und soziale Errungenschaft zur Schaffung von Sicherheit in modernen Gesellschaften.« Genau. Bzw. führt, andererseits, die zivilisatorische Errungenschaft eines sozialen Paradigmenwechsels in einer Gesellschaft mit Arbeitslosenversicherung nicht zentral zur Agenda 2010 und schafft somit Leistung und eine moderne Sicherheit? Oder bedeutet – mit Zufallsgenerator und Rösselsprung – die Arbeitslosenversicherung als Leistung eine zentrale Errungenschaft des sozialen und zivilisatorischen Paradigmenwechsels einer Gesellschaft, schafft Sicherheit und wird durch die Agenda 2010 modern verkörpert? Hm?

Verraten Sie’s bloß nicht den Sozialromantikern auf Ihrer

Titanic

[15.01.2007]

Ihr, Juan Moreno und Javier Cáceres,

habt für den Sportteil der Süddeutschen einen Riemen über Dynamo Dresden und dessen Elend verfaßt: kein Geld, marodes Stadion und v.a. sehr viele gewaltbereite Fans, m.a.W.: »Das Rudolf-Harbig-Stadion ist gemauertes Präkariat.«

Aha. Und steht also schon frühmorgens angetütert auf wackligen Beinen an Straßenecken? Vertrödelt seine Lebenszeit zur Hälfte in Warteräumen von Arbeitsagentur, ARGE und Sozialamt, wo ihm doch nicht weitergeholfen werden kann, weil ihm zum Systemadministrator halt alle Voraussetzungen fehlen? Und sitzt im weiteren auf dem Sofa und guckt schlechtes TV zu Pizza aus der Tiefkühltruhe, in der auch der Nachwuchs steckt?

Oder meintet Ihr zwei spanischen Gitarren nicht doch eher »Präkambrium«?

Hasta mañana!

Titanic

[14.01.2007]

Und zu Euch, Journalisten Schwennicke & Schneider!

Über wieder mal Angela Merkel (SZ vom 20.11.2006): »Die Laborantin der Macht – sie ist irritierend, mißtrauisch und zäh, sie hat kein Netzwerk und kein Pokerface«

– und Ihr zwei habt Eure Tabletten jetzt aber wirklich viel zu lange nicht mehr genommen!

Mit Pokerface auf dem Weg ins Casino Ségolène Royal:

Titanic

[12.01.2007]

Münte!

Abermals die alte Wahrheit bestätigend, daß sozialdemokratisches Denken sich noch stets im Rahmen des polizeilich Erlaubten wie des logisch Unerlaubten bewegt, äußerten Sie sich jetzt in der BamS wie folgt: »Geld darf nicht die Welt bestimmen. Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht umgekehrt.« Was aber, Münte, wenn es sich gerade umgekehrt verhält? Revolution? Protest? Kritik? Nein, nur das übliche Moralgefasel: »Mehr Bescheidenheit stünde manchem Topmanager gut zu Gesicht.«

Nun, Münte, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Wirtschaft ist für die Menschen da – dann wäre es aber auch wurscht, wenn »Topmanager« sich hier und da wie Bolle aufführen. Oder die Wirtschaft ist nicht für die Menschen da – aber dann, Münte, haben die Leute echt andere Probleme als die Frage, ob zu hohe Managergehälter vielleicht »sittenwidrig« sind.

Bitte mal, falls möglich, den Kopf einschalten!

Menschlich:

Titanic

[11.01.2007]

Max Strauß!

Für einen Mann gibt es zweifellos leichtere Lebensaufgaben als die kolossal schwergewichtige, der Sohn von Franz Josef Strauß zu sein. Doch unsere Nachsicht mit Ihnen hat Grenzen. Seit mehr als zehn Jahren donnern nun schon die Beschwerden der Justizbehörden über Ihr Finanzgebaren, über Tarnkonten, Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe, dubiose Waffenhandelsgeschäfte und ebenso schäbige wie riesengroßkarierte Steuerhinterziehungsmanöver. Wir sind es allmählich leid, beim Zeitungslesen und Nachrichtenkucken immer wieder und stets im Zusammenhang mit den genannten Delikten auf Ihr grundlegendes Problem mit dem normal geregelten Erwerb eines auch in der Höhe verdienten Lebensunterhalts gestoßen zu werden.

Hat Ihnen niemand beigebracht, daß man sein Geld auch auf anständige Weise verdienen kann? Mit ehrlicher Arbeit? Als Bänkelsänger im Englischen Garten zum Beispiel? Oder als Giraffenhalsreiniger im Tierpark Hellabrunn?

Denken Sie mal darüber nach. Und daß uns ja keine Klagen kommen!

Titanic

[09.01.2007]

»Spiegel online«!

Las man am 23.11.d.J. die Überschriften Deiner Topnachrichten hintereinander weg: »EU-Drogenstudie – Billiger Stoff sorgt für Rauschgift-Rekorde in Europa« und »Hartz-IV-Leistungen – 345 Euro sind genug«, war die Welt plötzlich wieder wo nicht in Ordnung, so doch nicht ganz so gräßlich, wie Du sie gerne hättest.

Glück gehabt!

Titanic

[08.01.2007]

Til Schweiger!

Sie wissen oder wenigstens ahnen, wie ungern wir Ihnen recht geben, aber Ihr Satz aus dem »Wo ist Fred?«-Filmreklame-Interview mit TV Movie: »Ich allein bin der Idiot!« bzw. in der Variation »Der Idiot bin ich!« – der bleibt selbstredend unwidersprochen von Ihrer

Titanic

[06.01.2007]

Und alle Jahre wieder, »Zitty«,

ist bekanntlich Weihnachten, und da kannst Du als total trendiges Hauptstadtmagazin für Deine ehemals linksalternativen und aktuell Dachgeschoßloftbewohner natürlich nicht abseits stehen, aber halt nicht so spießig und traditionell und so, sondern mehr aufgeklärt und kritisch, und so schrieb Dein Redakteur Hans-Herrmann Kötte ins Editorial Deines Weihnachtssonderheftes 2006: »Hohes Fest, Kerzenlicht und glänzender Wald, Weihnachten ist schön. Okay, schrecklich-schön. Denn Weihnachten verlangt uns ja, obwohl wir eigentlich in entspannte, adventliche Laune kommen möchten, so viele Entscheidungen ab. Nicht umsonst gibt es den Ausspruch: ›Dann brennt die Tanne.‹« Und damit Deine, Zitty, Leser nach ihrem Büroarbeitstag in irgendeiner Creativ-Agentur unter der Last der Entscheidungen nicht zusammenklappen, bietest Du »ein paar Entscheidungshilfen« und »ausgesuchte Geschenktips«, z.B. die Produkte eines »jungen Berliner Schokoladen-Labels«, die »nicht nur in farbenfrohen Schachteln mit Kuh-Logo verpackt« sind, sondern auch »ganz neue Geschmackserlebnisse, wie etwa weiße Erdbeerschokolade mit grünem Pfeffer oder Zartbitter mit fruchtig-sauren Berberitzen« garantieren. Auch prima: »Das auf Strick spezialisierte Modelabel LaLa-Berlin setzt auf den guten alten Mohairschal, gibt ihm aber beispielsweise durch die Aufsplittung in verschieden starke Einzelstränge eine ganz neue Dynamik: sechs Strick-Tentakel, deren Farbe der Kunde selbst bestimmen und sich so seinen ganz eigenen Regenbogen zusammenstellen kann«, ein Präsent für die Dame, mit dessen stricklabeltentakliger Dynamik höchstens ein »USB-Staubsauger« für den Herrn mithalten kann, mittels dessen der »die eigenen Überreste aus der Computertastatur kratzen« kann, »wo sie einen als Härchen und Flöckchen immer zwischen dem G und dem H anblitzen.« Kaufempfehlung? Klar, denn: »Dieser USB-Staubsauger hat zusätzlich noch ein investigatives LED-Flutlicht.«

Ach ja, Weihnachten ist schön. Okay, schrecklich-schön. Aber weißt Du, Zitty, was: Bei Dir brennt doch die Tanne!

Halleluja:

Titanic

[05.01.2007]

Und aber nun, Steven Spielberg:

Das ist doch jetzt wirklich Kulturindustrie, nein?

Yours,

Titanic

[03.01.2007]

Habt ein Herz, Kinder!

Naturgemäß kostet Ihr eine Menge Zeit, Geld und Nerven. Euchtrifft daran auch gar keine Schuld, denn schließlich haben Euch Eure Elternja vorsätzlich oder fahrlässig oder zumindest billigend in Kauf nehmend ans Licht der Welt gezerrt. Aber hin und wieder könntet Ihr den Alten auch mal ein bißchen entgegenkommen, wenigstens bei der Wahl Eurer Krankheiten. Muß es denn z.B. alleweil ADS sein? Was glaubt Ihr, liebe Kinder, was für eine große Freude Ihr Euren Erzeugern machen würdet, wenn die zur Abwechslung mal im Kinderarztwartezimmer rumtrompeten könnten: »Mein Kind hat kein ADS. Mein Kind hat ISDN! DSL! Und BMW!«Na?

Für eine Pädiatrie mit menschlichem Antlitz:

Titanic

[02.01.2007]

Matthias Platzeck!

Wenn Sie als Ministerpräsident von Brandenburg die Schändung einer jüdischen Gedenkstätte in Frankfurt/Oder am 9.11. eine »unerträgliche Provokation« nennen: Ist das dann nur eine der üblichen Floskeln, die nichts sagen und nichts bewirken? Oder halten Sie’s wirklich nicht mehr aus und schlagen bald zurück, mit Davidstern-Kritzeleien auf Kriegerdenkmälern?

In diesem Fall solidarische Grüße von der

Titanic

[31.12.2006]

Gerade mal für ein Spiel, WDR 2,

saß der neue Trainer des 1. FC Köln auf der Bank, das Spiel gegen den MSV Duisburg ging verloren, und schon wolltest Du der erste sein: »Das war allenfalls Daum-Kino« –

und das ist halt Pech, daß Du nicht Print bist; denn »Debüt gerät zum Alpd(r)aum«, das wär’ halt schon auch gut gekommen!

Von der Linie grüßt

Titanic

[29.12.2006]

Sicher, Johannes B. Kerner,

haben Sie es auch gelesen: »Nina Ruge verläßt aus Liebe zu ihrem Mann das ZDF«. Ob Sie, Johannes B., aus Liebe zu Ihrer Frau solch einen Schritt tun würden, wissen wir nicht. Dies ist aber auch gar nicht erforderlich; machen Sie ihn einfach aus Respekt vor dem Fernsehzuschauer.

Ihre Fernsehratten von der

Titanic

[28.12.2006]

He, JVA Siegburg!

Wenn wir, eine gute Woche nach der tödlichen Folterorgie in Deinen Mauern, auf Deiner Internetseite unter »Bekanntmachungen/Presse« lesen: »Aktuelle Pressemeldungen liegen zur Zeit nicht vor« – dürfen wir dann unterstellen, Dein Wachpersonal habe vor lauter Anstrengung, Deinen laut um ihr Leben schreienden Häftlingen das selbige nicht zu retten, auch keine Zeit zum Zeitunglesen mehr?

Schluß und aus:

Titanic

[26.12.2006]

Wieder mal zu Ihnen, Gloria von Thurn und Taxis!

Weil Ihnen das segensreiche Wirken der Marianischen Männerkongregation, die seit 1592 »durch Maria zu Jesus« strebt, noch nicht genug ist, haben Sie jetzt in Regensburg eine »Marianische Frauencongregation« aus der Taufe gehoben, um »den Kreis der Beterinnen zu vergrößern«, wie Sie der Mittelbayerischen Zeitung anvertrauten, denn beten, so versicherten Sie treuherzig, »ist zusammen viel schöner als alleine«. Und zur Bekräftigung dieses schönen Satzes blitzten Sie den Zeitungsleser mit Ihrem bekannt inbrünstigen, leicht irren Blick an; und man brauchte den Text eigentlich gar nicht zu lesen, es stand ja in Ihren leuchtend braunen Knopfaugen geschrieben: Die »unantastbare Würde des Menschen« ist Ihr Herzensanliegen, und es raubt Ihnen schier den Schlaf, daß es in unserer »Spaßgesellschaft« mit den ständig »steigenden Zahlen der Rauschgiftsüchtigen« in Wirklichkeit doch immer »nur weitergeht in Richtung Kosten und Nutzen!«

Und da kommen uns fast die Tränen ob soviel »Glauben statt Glamour«, wie die Lokalpresse gewohnt kritisch konstatierte; denn fürwahr, erst wenn auch die anderen Vermögensmilliardäre in dieser kalten säkularen Republik von ihrem verwerflichen utilitaristischen Denken ablassen und statt dessen gemeinschaftlich den Rosenkranz beten, wird der Weltuntergang noch aufzuhalten sein. Dafür betet derweil schon mal die rauschgiftsüchtige Spaßgesellschaft auf immer Ihrer

Titanic

[25.12.2006]

Du, Programmheft zum »Enjoy Jazz«-Festival,

birgst nun aber allerfeinste Preziosen aus der Welt des gehobenen PR-Preß-Geschwurbels. Die Konzertankündigung der Quietschbrummschepper-Free-Jazz-Combo John Zorn Painkiller liest sich beispiels- und einschlägigerweise so: »Painkiller ist so etwas wie ein Labor. Eine Formel, die einem ganz speziellen Zweck dient. Einem Zweck, der sich den Zuhörern verschließt, der aber unüberhörbar über den Dingen schwebt … Und wer wäre so vermessen, geniales Musizieren in allen Tiefen verstehen zu wollen. Painkiller ermöglichen den Zuhörern einen ganz tiefen Einblick in die Universen, die sich auftun, wenn man Vordergründiges vergißt und Liebgewordenes beiseite schiebt. Dann muß er wieder her – der Vergleich mit den Piloten, die einen sicher durch Stürme steuern, von deren Existenz man zuvor nicht einmal zu träumen wagte.« Kurz und knapp: Man latze also 25 Steine an der Abendkasse, schiebe die Liebgewordene beiseite, und dann vergesse man die Existenz des Piloten im Vordergrund, dessentwegen man die Unaufgeräumtheit ganz tiefer Universen nicht verstehen zu wollen sich vermißt. Zuhören heißt nämlich auch einblicken. Und ein Labor ist eine Formel, und verschlossene Zwecke sind in der Höhe ganz schön tief.

»So« sieht’s doch mal aus!

Titanic

[23.12.2006]

Glück gehabt, Markus Albert!

Zwar sind Sie nur Redakteur beim Terminmagazin Frizz, aber trotzdem: Für Ihre unter dem Titel »Oje du fröhliche!« erschienene hochköstliche Weihnachtsglosse vom November, S. 62: »Mitte Oktober: Kaum ein Blatt ist gefallen, die Sonne hat noch Kraft – ich habe noch den Geschmack von Federweißer und Zwiebelkuchen auf der Zunge. Aber ich bin wohl zu langsam: Mein Supermarkt rüstet schon eifrig zur Schoko-Schlacht auf und baut massive Türme aus Spekulatius und Zimtsternen. Internet-Plattformen bombardieren mich mit Geschenkvorschlägen. Die Weihnachtsmarketing-Maschine läuft auf Hochtouren. Auf geht’s in den Konsumkrieg! Aber ich mag nicht. Meine Vorweihnachtsstimmung beginnt erst an den Adventstagen. Auch wenn ich – wie jedes Jahr – alles auf den letzten Drücker mache« – für diesen Ausbund an Originalität, Witz und Verve jedenfalls gehörte Ihnen eigentlich der Wunschzettel angezündet. Oder darf’s einfach ein Satz heiße Ohren sein?

Ihre Weihnachtsmänner von der

Titanic

[22.12.2006]

Sie, Wolfgang Dicke,

sind Waffenexperte der Gewerkschaft der Polizei und verlangten als solcher nach dem Emsdettener Amoklauf, bei dem der Täter antike Vorderlader benutzte, nicht etwa ein Verbot des Handels mit solchen Waffen, sondern forderten im Gegenteil aufzupassen, »daß man mit den Verboten nicht über das Ziel hinausschießt«.

Witzle gefrühstückt, wie?

Kollegial grüßen Ihre Schützenkönige von der

Titanic

 

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Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 04.02.:

    Die hr-Sendung "Hauptsache Kultur" berichtet über Oliver Maria Schmitt, den Frankfurter OB der Herzen.

Titanic unterwegs
07.02.2012 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Peak-Preview
16.02.2012 Leipzig, Conne Island
  TITANIC-Boygroup
17.02.2012 Dresden, Schauburg
  TITANIC-Boygroup
18.02.2012 Fürth, Comödie
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Bäume!

Wißt Ihr eigentlich, wie beschissen Ihr ausseht, so ganz ohne Blätter? Wenn Ihr das nicht bald ändert, dann besuchen Euch demnächst: die Holzhackerbuam auf der

Titanic

 He, Rolf Hochhuth!

In Ihrem BZ-Nachruf auf Johannes Heesters gedenken Sie der Heesters-Auftritte im Berlin der Nazizeit und mokieren sich über die »geradezu idiotische Weise«, in der man Heesters anlastete, »daß auch Hitler einige dieser Vorstellungen besuchte – wie vermutlich jeder musikliebende Berliner«. Um am Schluß zu konstatieren, daß wir als Erzeugerstaat kraß versagt haben: »Die deutschsprechenden Bühnen werden sicher lange brauchen, einen Entertainer seines Ranges aus dem Ausland wieder importieren zu können. Wir Deutschen haben seinesgleichen ja noch nie hervorgebracht« – ja, stellen Sie sich vor, Hochhuth, die Dinge liegen noch schlimmer: Sogar die musikliebenden Berliner mußten wir teilweise aus Österreich einführen!

Kulturlose Grüße

Titanic

 »Aperol Sprizz«-Trinker!

Mal ehrlich: Ihr trinkt doch dieses campari-ähnliche, orangefarbene Trendgesöff nur deshalb so massenhaft gern, weil »Aperol Sprizz« ganz offensichtlich ähnlich schweinisch klingt wie »Schlüpferstürmer«, oder? Aber für die Damen unter Euch Mitläufern und Mitsäufern, müßte es da nicht viel passender und noch schweinischer auch einen »Aperol Schlukk« geben? Der dann natürlich auch die dicklich-weiße Konsistenz von »Küstennebel« hat?

Wenn schon porno, dann hardcore:

Titanic

 Guter Entwicklungsminister Niebel!

Unter Westerwelle ging es Ihrer FDP schlecht, jetzt ist schon einige Zeit Philipp Rösler Parteichef. »Ich glaube aber«, sagen Sie dem Spiegel, »daß wir mit dem neuen Personal Vertrauen zurückgewinnen können.« Das Problem ist: »Es braucht aber Zeit, das scheue Wild ›Wähler‹ davon zu überzeugen, daß es sich lohnt, wieder auf die Lichtung zu kommen.«

Niebel, haben Sie mal überlegt, was mit dem scheuen Wild passiert, wenn es sich auf die Lichtung wagt? Ja? Sie waren nicht umsonst (Fallschirm-)Jäger bei der Bundeswehr? Na, dann ahnen Sie vielleicht, warum es mit dem Vertrauen nicht so klappt.

Bleibt lieber im Unterholz:

Titanic

 Hey, McDonald’s-Werbung,

wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

Eher selbstverliebt:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vorbilder

Mit dem Brautpaar auf dem Weg zum Standesamt kam ich an einer Fußgängerampel zu der Erkenntnis: Scheidung ist so, wie bei Rot über die Ampel zu gehen – nur dann doof, wenn Kinder da sind.

Matthias Warnken

 Sprache deines Vertrauens

Ein großes Internetverkaufsportal warnt vor englischsprachigen Mails, hinter denen sich fast immer Betrüger verbergen würden. Ich finde diese Information dankenswert – frage mich allerdings, wie eigentlich der Onlinehandel in Großbritannien funktioniert.

Jonas Haas

 Eine Frage des Anstands

Vor dem Bürogebäude, das meinen Arbeitsplatz beherbergt, beschuldigte unser Hausmeister einen leicht heruntergekommenen Herrn, in den Eingangsbereich uriniert zu haben. Dieser bestritt die Tat vehement. Doch die Indizien sprachen gegen ihn: Die Stelle, an der er gestanden habe, sei jetzt naß, beharrte der Hausmeister, außerdem habe er den Beschuldigten an seinem Hosenstall herumnestelnd vorgefunden. Derart in die Ecke gedrängt, stemmte der nun Überführte die Hände in die Hüften und empörte sich: Das könne man aber ja wohl auch freundlicher sagen. Der Mann wußte eben, was sich gehört.

Saskia Wagner

 Position 169

Ich fühle mich in der Rolle des unbeteiligten Beobachters in der Regel recht wohl.

Aiko Kempen

 Gender Buddies

Nach einem Besuch bei »Best Worscht in Town«, diversen Cocktails in diversen Gastronomien, mehreren Rausschmissen aus ebendiesen und einigen Bieren von verschiedenen Kiosken äußerte meine Freundin nach einem raumerschütternden Rülpsen im Morgengrauen: »Lecker! Schmeckt immer noch nach Currywurst!« Seitdem trägt die Dame an meiner Seite stolz den ihr von allen Anwesenden spontan verliehenen Titel »Mann ehrenhalber«.

Jens Peter Gust